Bei den Tuareg


Wer möchte mithelfen?

Aufgrund eines visionären Dranges fühlte sich die ehemalige Nathal-Absolventin Marisha Bergmann mit aller Kraft hingezogen zu den Tuareg, einem Nomadenvolk berberischen Ursprungs in der Wüste Sahara. Was sie dort erlebte und mit der Unterstützung des alten Dorfhäuptlings an Entwicklungshilfe in die Wege leitet, verdient unseren Respekt und unsere Mithilfe.

Sinn dieser Veröffentlichung ist, Sie über die Aktivitäten von Marisha Bergmann zu informieren. Falls Sie sich angesprochen fühlen, so würde sich Marisha Bergmann und die dortige Bevölkerung über Ihre Hilfe sehr freuen. Mehr dazu am Ende dieses Berichtes.

Frau Bergmann berichtet uns (leicht gekürzt):


Liebe Freunde

Nach zwei, in Mali bei den Tuareg der Sahara verbrachten Monaten, bin ich, den Kopf voll Bilder und Ideen, zu Weihnachten 1999 nach Deutschland zurückgekehrt. Ich habe mit den Tuareg gelebt, ihre Freuden und ihre Sorgen geteilt – ein einfaches aber auch ungewisses Leben.

Die Tuareg sind Nomaden berberischen Ursprungs, die von der Viehzucht leben. Aufgrund der Trockenheit der Jahre 1973, 1983-1984, wie aber auch aufgrund der Rebellion ist das Leben der Nomaden sehr schwer geworden. Die Stämme sind gezwungen ihr Nomadenleben aufzugeben und sich niederzulassen, da die Viehzucht ihr Überleben nicht länger gewährleistet. Dort wo es vor nicht einmal 30 Jahren noch saftige Weiden gab, herrscht nunmehr die Wüste. Für die Zentralregierung ist es das Land der "Vergessenen". So zumindest empfinden es die Tuareg. Es ist aber auch das Ergebnis der Rebellion gegen die Zentralregierung in Mali und Niger.

Seit der Rückkehr vieler Flüchtlinge versuchen einige der Clanchefs ihre Angehörigen für den Anbau von Hirse und Gemüse zu gewinnen. Sie wollen die Bevölkerung aber auch von der Notwendigkeit überzeugen, ihren Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen. Dieses ist auch der Fall in Tiriken, wo ich gelebt habe.

Gegründet wurde der Ort im Jahre 1995, dem Jahr des Endes der Revolution, durch El Mauser, einem Clanchef und Marabu. Dies mit dem Ziel, seinen Clanmitgliedern einen Ort zu geben, wo sie wieder heimisch werden können nach Jahren des Exils in Mauretanien, Burkina Faso und Lybien, während dessen sie alles verloren hatten, Familienangehörige, ihre Herden, ihre Zelte.

Tiriken befindet sich 40 km nördlich von Timbuktu, einem ehemals bedeutungsvollen, von Karawanen besuchten Handelsort.

Hier haben die Tuareg neue Hoffnung geschöpft. Vom UNO Hochkommissariat für Flüchtlinge wurden ihnen Zelte zur Verfügung gestellt; ein Brunnen wurde gebohrt mit Hilfe der europäischen Entwicklungshilfe. Dieser ermöglicht nicht nur das Tränken der Herden, sondern wird auch dazu dienen, die geplanten Gemüsekulturen und Baumpflanzungen zu bewässern. Ungefähr 250 Personen leben bereits in diesem Dorf, welches inzwischen auch ein Treffpunkt für Nomaden geworden ist, welche sich hier mit Samen, Tee und Zucker im Austausch gegen Butter, Holzkohle und Käse versorgen.

Die alltägliche Nahrung der Tuareg besteht aus Reis, Hirse, etwas Kuh- oder Schafsmilch, und nie zu vergessen, grünem Tee mit Zucker.

Eine Hebamme, die lange Zeit in einem Hospital arbeitete, hat sich kürzlich in Tiriken niedergelassen. Sie nimmt sich der Schwangeren, der Geburten, wie auch der sonstigen Kranken an. Allerdings hat sie weder Medikamente noch Instrumente und auch keine Geld, um solche selber zu kaufen.

Tiriken entwickelt sich; mehr und mehr Flüchtlinge kehren nun wieder zurück nach Mali zurück. Da das Dorf über eine Schule verfügt, siedeln sich auch immer mehr Eltern an, die wünschen, dass ihre Kinder eine Schulausbildung absolvieren können.

Bei meiner Abreise habe ich den Menschen versprochen, zurückzukehren und mein Möglichstes zu tun, um ihnen zu helfen. Mit Ihrer Hilfe – liebe Leserinnen und Leser – können wir der Tuaregbevölkerung in Tiriken ein Leben in Selbstachtung zurückgeben; nach Jahren der Entbehrung ein Leben, welches einen hoffnungsvollen Neubeginn bedeutet.

 

Wo wir helfen können:

  • Unterstützung der Schule.
    Damit können die Kinder in ihrem ursprünglichen Lebensraum aufwachsen.
    Die Schule wird vom Staat nicht unterstützt oder unterhalten; es fehlt an nahezu allem, insbesondere aber Büchern, Heften, Schreibtafeln, etc.

  • Unterstützung der Hebamme.
    Damit sie sich mit den notwendigen Medikamenten und Instrumenten ausrüsten, wie auch ein Einkommen beziehen kann, welches monatlich ca. 30'000 CFA = 100 DM ausmacht.

  • Kauf einer Einzäunung, um die Pflanzungen und Bäume vor dem Kahlfrass durch die umherziehenden Tiere zu schützen. Die Kosten belaufen sich auf 2‘500 CFA = 8 DM pro Meter.

  • Kauf von Schösslingen, Samen für Gemüse und Bäume, sowie ein monatliches Gehalt für den/die Gärtner/in, welche sich um die Pflanzungen kümmert.

  • Kauf von Tieren, um eine Tierzucht aufzubauen.
    Der Preis einer Ziege beträgt 12'500 CFA = 40 DM
    Der Preis eines Schafs beträgt 15'000 CFA = 50 DM
    Der Preis einer Kuh beträgt 100'000 CFA = 3300 DM

Das Geld für den Kauf eines Tieres kann als Kredit gewährt werden, welcher innerhalb eines Jahres, nachdem ein Jungtier geboren, entwöhnt und wieder verkauft ist, bei einer möglichen Verzinsung von 5% zurückbezahlt werden kann.

Alle Ihre Ideen und Vorschläge sind herzlich willkommen. Ich werde im August 2000 wieder nach Tiriken zurückkehren und mich dort einige Monate aufhalten. Ich werde mich persönlich um die Organisation und das sichere Ankommen Ihrer Hilfe kümmern. Die Tuareg sind Menschen, die ich lieben und respektieren gelernt habe, in die ich Vertrauen habe. Sie sind mutig und sehr motiviert zu arbeiten, gibt man ihnen nur die Möglichkeit dazu.

Wenn Sie mich unterstützen möchten und mehr Informationen wünschen, so telefonieren oder schreiben Sie mir an folgende Adresse:

Marisha Bergmann
Enzianweg 3
D-83043 Bad Aibling
Telefon: +49 +8061 2183

Ihre finanzielle Unterstützung – für die ich mich im voraus herzlich bedanke – kann mich wie folgt erreichen:

Sparkasse Bad Aibling
Marisha Bergmann
Blz: 711 512 40
Kto Nr. 425 496 "Tiriken"

 

Oder E-Mail-Kontakte über: nathal@t-online.de oder nathal@tic.ch

Februar 2000

 Seitenanfang


 Zurück