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Blick ins nächste Millennium
Als der Unternehmensberater Dr. Philippe Evrard im Herbst 1985 nach Sri Lanka flog, um dort Urlaub zu machen, ahnte er nicht, dass dabei etwas geschehen würde, das sein Leben und seine berufliche Arbeit grundlegend verändern sollte. In den Monaten zuvor hatte Dr. Evrard sich einem mentalen Training unterzogen, das von seiner Frau, der Psychologin Prof. Dr. Gertje Lathan, entwickelt worden war der sogenannten Nathal-Methode. Sie besteht, grob gesagt, aus einer Art innerer "Bilderreise", bei der man sich, von zwei visualisierten "Helfern" geführt, über verschiedene Stationen zu einer "Lichtebene" begibt, wo man zu allen möglichen Themen Informationen und Ratschläge bekommen kann. Während einer dieser Übungen, die Philippe Evrard unter Anleitung seiner Frau auch auf Sri Lanka durchführte, geschah das Seltsame. Nicht ganz zehn Jahre später haben wir diese Szene für einen Dokumentarfilm, den ich im Auftrag des ZDF drehte, nachgestellt.
Mitten im Verlauf der Übung sagt Dr. Evrard plötzlich: "Ich muss jetzt etwas schreiben..." Er erhebt sich, halb bewusst und halb in Trance, geht zum Tisch und beginnt zu schreiben. Aber weder in seiner französischen Muttersprache, noch im heute bevorzugten Deutsch, sondern in fremden, exotischen Schriftzeichen, mit denen er von unten nach oben und von rechts nach links Blatt um Blatt seines Notizblocks füllt.
Die Zeichen, die aus bis zu zehn einzelnen Strichen bestehen, erinnern an chinesische oder japanische Schrift und er notiert sie, trotz der ungewohnten Schreibweise, mit einer verblüffenden Geschwindigkeit: 250 Zeichen in etwa sechs Minuten das heißt rund 42 Zeichen pro Minute oder ein Zeichen in knapp eineinhalb Sekunden. Dann wechselt er mit einem Mal die Schriftart und schreibt Zeichen, die arabischen oder indischen Schriften ähneln, ebenfalls sehr schnell und geläufig aber was er da eigentlich schreibt, ist ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.
Über 11000 Din-A4-Seiten das entspricht etwa einem zwölfbändigen Lexikon füllt Philippe Evrard in den folgenden Jahren mit seinen geheimnisvollen Zeichen, die sich 33 verschiedenen Schriftarten zuordnen lassen. Schriftexperten, denen die Kryptogramme so der Fachausdruck für Geheimschriften oder Zeichen mit verschlüsseltem Inhalt vorgelegt werden, sehen zwar Ähnlichkeiten mit vorhandenen Schriftformen es finden sich Elemente des Sanskrit und Pali, von japanischen und chinesischen sowie alttibetischen und uigurischen Schriften aber eine eindeutige Zuordnung ist nicht möglich. Allerdings erlischt das Interesse der Wissenschaftler auch rasch, als sie erfahren, dass es sich nicht um antike, sondern um heute geschriebene Kryptogramme handelt. "Dann ist es ja nur Kunst", meinte der Direktor eines europäischen Instituts für Informatik, "und für Kunst sind wir nicht zuständig."
Nachdem er sich eineinhalb Jahre über die Bedeutung seiner Schriften im unklaren war, bekam Philippe Evrard eines Tages während einer Nathal-Übung die Anweisung, sich einfach auf eine der Seiten zu konzentrieren dann werde er den Inhalt intuitiv erfassen können. "Ich habe mich dann auf eine Schriftform konzentriert", erinnert er sich später, "und die Information bekommen, dass es sich um eine wissenschaftliche Abhandlung handele über Meeresbiologie."
Nach einem inneren Diktat schrieb Dr. Evrard den Inhalt dieser Seite, die er willkürlich aus den Tausenden von Blättern herausgezogen hatte, nieder. Unzählige weitere folgten. "Ich bestimme", so berichtet er, "wann ich beginne zu schreiben und wann ich aufhöre. Aber darüber hinaus habe ich inhaltlich keinen Einfluß darauf und keine Möglichkeit, diesen Inhalt weder direkt noch indirekt zu gestalten. Ich stelle nur meine Hand zur Verfügung und schreibe diese Gedanken nieder."
Die Texte beschreiben Zukunftsvisionen aus vielen verschiedenen Bereichen, so zum Beispiel Architektur, Physik, Chemie und Biologie, aber auch neue Methoden in der Medizin oder in der Landwirtschaft. Von Bäumen ist da zum Beispiel die Rede, die in bestimmten geometrischen Mustern, in sechs- und achteckiger Anordnung gepflanzt werden sollen, damit sie besser wachsen.
Es werden auch neue Pflanzenarten beschrieben, die durch Einwirkung von Farben und Tönen gezüchtet werden. In anderen Texten wird beschrieben, wie Wasser in besonders geformten Musikinstrumenten aufbereitet wird und
dadurch eine heilende Wirkung bekommt. Neue Arten der Energieerzeugung werden ebenso erwähnt wie neue Formen des Städtebaus. Auch der Körper des Menschen soll sich verändern, indem neue Fähigkeiten und sogar neue Organe entstehen.
"Es gibt einige Andeutungen", meint Dr. Evrard, "die darauf hinweisen, dass unser Augenspektrum, also die übliche Begrenzung durch Infrarot und Ultraviolett, zukünftig erweitert wird. Das heißt, wir werden entlang der optischen Skala mehr zur Disposition haben, was wir dann optisch registrieren und wahrnehmen können."
Durch diese erweiterte Form der Wahrnehmung, durch die neue Farbnuancen erfahrbar werden, ergeben sich auch physiologische Veränderungen, unter anderem eine verlängerte Lebensdauer.
"Diese Entwicklung wird durch eine Aktivierung von bestimmten Energiezentren in den Körpern als Folge der Farbaufnahme bestimmt. Die Energiezentren befinden sich entlang der vertikalen Konstruktion ("Wirbelsäule" in trabantischer Ausdrucksweise) ... Diese Vorgänge haben erhebliche Auswirkungen auf die Verfassung der Körper, deren qualitative Entwicklung beschleunigt wird. Die wichtigste dieser Auswirkungen findet sich in der Zellregenerierung. Es kommt zu einer erheblichen Verzögerung des Zellverfalls, wodurch die Dauer einer physiologischen Einheit beträchtlich verlängert wird. Durch die Verlängerung des Aufenthalts auf dem Trabanten ergibt sich bei den trabantischen Wesen (Menschen) eine neue geistige Entwicklung." So heißt es in einem Kapitel des Buches "Datenbank Zukunft", in dem Dr. Evrard eine Auswahl seiner Visionen veröffentlicht hat. (Inzwischen ist ein zweiter Band in Vorbereitung, und natürlich ist er auch im Internet vertreten: www.nathal.ch.)
Viele von Philippe Evrards Aussagen sind so phantastisch, dass man sich eine Verwirklichung allenfalls in ferner Zukunft vorstellen kann. Vorläufig betrachtet er sie deshalb auch erst einmal als Denkanstöße und Anregungen für weitere wissenschaftliche Forschungen. Schwierig zu beantworten ist nach wie vor die Frage,
woher seine Visionen kommen, und warum sie den "Umweg" über derartige exotische Schriftzeichen genommen haben. Sind diese Zeichen so etwas wie symbolische "Dateinamen" in einer "kosmischen Datenbank", über deren Visualisierung man die entsprechenden Dateien abrufen kann?
"Diese Informationen", meint Philippe Evrard, "sind an sich allgegenwärtig und immer erreichbar. Sie sind weder durch Zeit noch durch Raum eingeschränkt und können grundsätzlich abgerufen werden. Sie sind in einer Art höherer Informationsebene, wenn man das so nennen will."
Die meisten Naturwissenschaftler, überwiegend materialistisch-mechanistisch orientiert, lehnen die Existenz einer solchen "höheren Informationsebene" heute natürlich ab. Aber wenn man die Geschichte der menschlichen Entdeckungen und Erfindungen, der Visionen und des künstlerischen Schaffens betrachtet, dann begegnet man einer ganzen Reihe von Tatsachen, die eine solche Annahme nicht nur denkbar machen, sondern sogar nahelegen.
Zum einen sind viele bedeutende Entdeckungen und Erfindungen von mehreren Menschen gleichzeitig, aber unabhängig voneinander gemacht worden. Die erste Kohlenfadenlampe zum Beispiel von Thomas Edison und Joseph Swan. Leibniz und Newton entwickelten gleichzeitig und unabhängig voneinander die Differentialrechnung, und der französische Philosoph Blaise Pascal fand die Lösung für ein schwieriges mathematisches Problem genau zur gleichen Zeit wie sein Kollege Fermat. Er schrieb dazu 1654 in seinem "Traité du triangle arithmétique": "Derselbe Lehrsatz, den ich kürzlich von mehreren Seiten her bewiesen habe, war auch unserem berühmten Parlamentsrat von Toulouse, Monsieur de Fermat eingefallen. Und das Erstaunlichste dabei ist folgendes: ohne dass er mir den kleinsten Fingerzeig gegeben hätte, noch ich ihm, schrieb er in seiner Provinz, was ich gerade in Paris erdachte, und zwar, wie die von uns gleichzeitig geschriebenen und empfangenen Briefe belegen, genau zu derselben Stunde!"
Das Telephon wurde von Johann Philipp Reis, Elisha Gray, Alexander Graham Bell und James McDonough erfunden und das Automobil von Siegfried Marcus, Gottlieb Daimler und Carl Benz. Man könnte hier wirklich auf die Idee kommen, dass eine "höhere Intelligenz" sichergehen wollte, dass die Menschheit mit bestimmten Erkenntnissen oder Technologien "gesegnet" wird und deshalb gleich mehrere Forscher und Erfinder darauf ansetzte.
In irgendeiner Weise scheinen solche Dinge jedenfalls auf einer "höheren Informationsebene" schon vor ihrer Erfindung oder Entdeckung vorhanden gewesen zu sein denn vieles davon wurde schon Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zuvor in den Visionen ganz unterschiedlicher Menschen beschrieben. So sah beispielsweise der amerikanischen Spiritist Andrew Jackson Davis das Automobil bereits 1856 in seinem Buch "The Penetralia" voraus:
"Equipagen und Wagen schwerer Gattung werden durch eine seltsame und dabei einfache Verbindung von Wasser und atmosphärischen Gasen bewegt werden. Diese Verbindung wird so leicht kondensiert, so einfach entzündet und unseren gegenwärtigen Lokomotiven ähnlich angewendet, dass der ganze Apparat zwischen den Vorderrädern verborgen und gehandhabt werden kann. (...) Die erste Bedingung wird eine gute Straße sein, auf der mit der neuen Lokomotive ohne Pferde mit großer Schnelligkeit gefahren wird."
Im gleichen Buch schreibt er auch über den zukünftigen Luftverkehr: "Es ist nur ein Ding notwendig, um Luftschiffahrt zu haben, und das ist die Anwendung dieser soeben in Betracht gezogenen höheren Bewegungskraft, die eben jetzt im Begriff ist, entdeckt zu werden. (...) Diese Kraft wird kommen! Sie wird nicht nur die Lokomotiven auf den Schienen, die Wagen aller Gattung auf der Landstraße, sondern auch die Luftwagen in Bewegung setzen, die durch den Äther von Land zu Land reisen."
Auto und Flugzeug hatte indessen auch schon ein mittelalterlicher Mönch vorhergesehen. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts schrieb der englische Franziskaner Roger Bacon in seiner "Epistel über die geheimen Werke":
"Es können Maschinen für die Schifffahrt gemacht werden, mit denen auf Flüssen und Seen sich Schiffe, von einem Mann gesteuert, ohne Ruderer viel schneller fortbewegen können, als heute mit vielen Ruderern. (...) Ferner kann man Wagen herstellen, die, ohne Zugtiere, sich mit unglaublicher Geschwindigkeit bewegen. Auch fliegende Maschinen können konstruiert werden und ebenso Maschinen von kleinen Ausmaßen, die enorme Lasten aufwärts oder abwärts bewegen ..."
Rogers Landsmann und Namensvetter Francis Bacon Lordkanzler unter König Jakob dem Ersten und wegen einer Korruptionsaffäre zwangsweise in den Ruhestand versetzt beschrieb Anfang des 17. Jahrhunderts in seinem Buch "Nova Atlantis" eine Insel mit höchst modernen Einrichtungen. Es gibt dort zum Beispiel Meerwasserentsalzungsanlagen, Roboter, Tierversuche zu medizinischen Zwecken und Veränderungen der Gestalt von Tieren und Pflanzen durch künstliche Eingriffe. Ein Bewohner der Insel berichtet außerdem von einem "Haus der Blendwerke, wo wir alle möglichen Gaukeleien, Trugbilder und Sinnestäuschungen hervorrufen." Ferner gibt es dort auch "kunstvolle Sehrohre, durch die wir kleine und kleinste Körperchen vollkommen und genau erblicken, wie etwa die Glieder und Farben der kleinen Mücken und Würmer, die Kerne und Kristalle der Edelsteine, die Bestandteile des Blutes und des Harns, die sonst nicht zu erkennen sind ..."
Bacons Buch liest sich wie eine Vorschau auf das 20. Jahrhundert, auf Kinos, Diskotheken mit Lasershows, auf Elektronenmikroskope und Mikrowellenherde. Ob er das alles gemeint oder gar gesehen hat, läßt sich allerdings nicht mit Sicherheit sagen. Sein Zeitgenosse und Biograph William Rawley schrieb: "Wenn irgendeinem Menschen unserer Tage ein göttlicher Erkenntnisstrahl zuteil geworden ist, so bin ich überzeugt, dass Bacon es war. Denn obgleich er viele Bücher las, so schöpfte er seine Erkenntnisse, die er stets mit der größten Umsicht und Achtsamkeit zum Ausdruck brachte, nicht aus Büchern, sondern aus der Tiefe seines eigenen Wesens..."
Oder, so könnte man ebensogut annehmen: aus einer höheren kosmischen Informationsebene, zu der er in "der Tiefe seines eigenen Wesens" Zugang fand.
Auch in den dunklen und oft doppeldeutigen Versen des französischen Arztes und Astrologen Nostradamus hat man Flugzeuge, Raketen und Unterseeboote wiedergefunden. Ebenso allerdings erst im Nachhinein und oft nur mit äußerster Gehirnakrobatik eine Fülle von bedeutenden historischen Ereignissen. Leider hat er seine an die tausend "Quatrains" Vierzeiler, in denen er Ereignisse bis zum 21. Jahrhundert (möglicherweise auch darüber hinaus) vorhersagt nicht datiert, und richtige Deutungen vor Eintritt des jeweiligen Ereignisses sind extrem selten. Zu den wenigen Vierzeilern, in denen eine konkrete Jahreszahl vorkommt, gehört der folgende (wörtlich übersetzt): "Im Jahre 1999 sieben Monate / vom Himmel wird ein großer König des Schreckens kommen / wiederzuerwecken den großen König von Angoulmois / davor danach Mars mit Glück regieren."
Diese Sätze im Französischen rhythmischer und kraftvoller als im Deutschen klingen geheimnisvoll und irgendwie bedrohlich. Was aber ist damit gemeint? Einige Interpreten sahen in dem "großen Schreckenskönig" einen Himmelskörper, der auf die Erde stürzt und ähnlich wie man es für den Untergang der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren annimmt Erdbeben, Flutkatastrophen und Klimaveränderungen verursacht, die unsere Zivilisation und einen großen Teil der Menschheit
vernichten. Andere Interpreten sahen darin eine große Sonnenfinsternis und setzen dies in Beziehung zur Vorrede der ersten Ausgabe der "Quatrains", wo Nostradamus vom Erscheinen des "Antichristen" spricht. Es soll nicht
nur von "der größten und finstersten Sonnenfinsternis, die es seit der Schöpfung der Welt und dem Leben und Sterben Jesu Christi bis heute gegeben hat", begleitet sein, sondern auch von Erdbeben und Verlagerungen der Erdachse.
Traurige Aussichten also, die der Prophet uns da zu bieten hat. Aber seine Vierzeiler sind so verklausuliert und vieldeutig, dass man alles mögliche oft auch das genaue Gegenteil daraus ableiten kann. Und die Interpretationen, die es bisher gegeben hat vor allem die spektakulären , sind so weit hergeholt und zurechtgebogen, dass man sie als Prophezeiungen nicht wirklich ernst nehmen kann.
Aber auch andere "Propheten" haben für das Ende unseres Jahrhunderts dramatische und katastrophale Veränderungen der Erde vorhergesagt. Zum Beispiel der Österreicher Jakob Lorber, der im Juli 1800 als Sohn eines Bauern in der Steiermark geboren wurde. Musikalisch begabt, lernte er Geige, Klavier und Orgel spielen und machte 1829 sein Examen als Hauptschullehrer. Da er keine Anstellung fand, bestritt er seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht in Graz durch Musikunterricht und gelegentliche Konzerte.
1840 wurde er als Kapellmeister an die Oper
von Triest berufen, eine Anstellung, die ihm endlich gesicherte Verhältnisse versprach. Aber während seiner Reisevorbereitungen vernahm er am 15. März 1840 unvermittelt eine innere Stimme, die ihm als die Stimme Gottes erschien und ihm befahl: "Steh auf, nimm deinen Griffel und schreibe!"
Lorber sagte die Stelle in Triest ab, blieb in Graz und schrieb in den folgenden 24 Jahren als "Schreibknecht Gottes" (so bezeichnete er sich gelegentlich selbst) Tausende von Seiten nach dem Diktat dieser inneren Stimme ohne jegliche Verbesserung oder Änderung, in säuberlicher altdeutscher Schreibschrift. Insgesamt brachte er es auf 25 fünfhundertseitige Bände und etliche kleinere Schriften: darunter ein zehnbändiges Evangelium, "Das große Evangelium Johannes", ein Buch über die Jugend Jesu, verschiedene Werke über Himmelskörper, galaktische Strukturen, Elementarteilchen, die Entstehung des Kosmos und des Menschen und vieles andere mehr.
Vier Jahre vor der Entdeckung des Planeten Neptun schreibt er von einem "noch entfernteren Planeten" hinter dem Uranus. Und hier trifft er sich mit Andrew Jackson Davis, der 1847 in seinem nach einem Trancediktat geschriebenen Buch "The Principles of Nature" behauptet hatte, dass hinter dem Neptun noch ein weiterer Planet zu finden wäre. Dieser wurde allerdings erst 83 Jahre später 1930 entdeckt: Pluto.
Zu einer Zeit, als das Atom noch buchstäblich als etwas "Unteilbares" angesehen wurde, beschreibt Jakob Lorber es als ein zusammengesetztes Gebilde. Er schreibt von unzähligen Galaxien, die zu galaktischen Haufen und Supergalaxien zusammengefügt sind, während die wissenschaftliche Astronomie noch bis in die 20er Jahre unseres Jahrhunderts der Meinung war, es gäbe nur eine Galaxie, nämlich unsere Milchstraße.
Und er sieht auch Flugzeuge und Funktelegrafie voraus: "Ich sage dir, dass Menschen reden werden mit der Zunge des Blitzes von einem Ende der Welt zum anderen, und sie werden in der Luft herumfliegen wie die Vögel, weithin über Meere und Länder..."
Als Lorber dies schrieb, wusste die wissenschaftliche Welt noch nicht einmal, dass elektromagnetische Wellen überhaupt existieren. Sie wurden erst 23 Jahre nach seinem Tod entdeckt. Und als 1903 die Gebrüder Wright den ersten Motorflug absolvierten, hielten viele Wissenschaftler dies für einen Betrug, weil sie nicht glauben wollten, dass eine Flugmaschine, die schwerer ist als Luft, fliegen kann. Im gleichen Jahr eine bemerkenswerte Koinzidenz telegrafierte Marconi "mit der Zunge des Blitzes" zum ersten Mal über den Atlantik.
Neben vielen technischen und wissenschaftlichen Voraussagen, von denen einige seinerzeit gänzlich utopisch und phantastisch waren, sich bis heute aber bestätigt haben, beschreibt Jakob Lorber beziehungsweise seine "innere Stimme" auch gewaltige Katastrophen, eine Art "großes Weltgericht" für die Zeit um die Jahrtausendwende: "Auch werden große Stürme entstehen auf dem Lande und auf dem Meere; das Meer wird an vielen Orten die Ufer überfluten..."
"Es werden entstehen eine übermäßige Teuerung, Hungersnot, viele böse Krankheiten, Seuchen und Pestilenz unter den Menschen, Tieren und sogar Pflanzen ..."
Lorber nennt, wie bei vielen Propheten üblich, kein genaues Datum. Er erwähnt nur mehrfach, dass diese Ereignisse "nicht volle 2000 Jahre" nach dem Auftreten von Jesus Christus
stattfinden sollen also kurz vor oder kurz nach der kommenden Jahrtausendwende. Seine Visionen sind nicht nur präziser und realistischer als die von Nostradamus was ihnen eine geradezu bestürzende Aktualität verleiht, ist die Tatsache, dass er die globalen Katastrophen nicht einfach als ein "göttliches Strafgericht" betrachtet, sondern als eine Folge menschlichen Handelns, und dass er dabei auch sozialpolitische und ökologische Aspekte einbezieht:
"Die Menschen werden von ihren vielen Weltkenntnissen und erworbenen Fähigkeiten einen stets böseren Gebrauch machen und dadurch freiwillig allerlei Gerichte aus der Tiefe meiner Schöpfung über sich und am Ende über die ganze Erde heraufbeschwören ..."
"In dieser Endzeit werden die Menschen zu einer großen Geschicklichkeit in allen Dingen gelangen und allerlei Maschinen erbauen, die alle Arbeiten verrichten werden wie lebende Tiere und vernünftige Menschen. Dadurch aber werden viele Hände arbeitslos, und der Menschen Elend wird sich steigern bis zu einer unglaublichen Höhe ..."
"Und es wird weiter kommen, dass die Menschen große Erfindungen machen und auch auf die Natur der Erde so einzuwirken beginnen, dass diese am Ende ordentlich leck werden muss ..." und so weiter und so fort. Lorbers Visionen lesen sich streckenweise wie ein in altertümliches Deutsch übersetzter Bericht des "Club of Rome". Und wenn man bedenkt, dass sie Mitte des 19. Jahrhunderts (Lorber starb 1864) niedergeschrieben wurden, und unter welchen Umständen, stimmen sie doch sehr nachdenklich.
Große Umwälzungen noch vor Ende des Jahrtausends hat auch Edgar Cayce, der "schlafende Prophet", vorhergesagt. 1877 auf einer kleinen Farm in Kentucky geboren, soll er schon als Kind "übersinnliche" Fähigkeiten gezeigt, Dinge vorhergesehen und mit Verstorbenen geredet haben. Später, als Erwachsener, hat er dann über 14000 sogenannte "Readings" abgehalten, Sitzungen, in deren Verlauf er sich in Trance versetzte und auf Fragen antwortete, die ihm gestellt wurden. In den meisten Fällen waren es Fragen gesundheitlicher Art, und dabei fiel auf, dass Cayce nicht nur die Krankengeschichte ihm völlig unbekannter Menschen "abrufen" konnte, sondern auch präzise und manchmal verblüffende, fast immer aber erfolgreiche Behandlungsvorschläge machte. Die Richtigkeit von Diagnose und Therapie ist in vielen Fällen nachgeprüft und bestätigt worden. Cayce hat aber beispielsweise auch erfolgreiche Prognosen im geschäftlichen Bereich gemacht und unter anderem den Börsenkrach von 1929 vorhergesagt.
Neben den medizinischen und geschäftlichen "Readings" hielt Cayce auch solche ab, in denen es um philosophische, religiöse oder historische Sachverhalte ging. Er beantwortete Fragen über die Vergangenheit und die Zukunft sowohl einzelner Individuen, als auch der ganzen Menschheit. In diesem Zusammenhang sprach er von einer Reihe schwerer Katastrophen gegen Ende unseres Jahrhunderts, Erdbeben, Flutkatastrophen, Schwankungen der Erdachse und dergleichen mehr. Große Teile Japans sollten im Meer versinken, die Gestalt Nordeuropas sich verändern, ebenso die Küsten Nordamerikas. San Francisco, Los Angeles und New York sollten durch Erdbeben zerstört werden und das alles im Zeitraum zwischen 1988 und 1998.
Die Prognosen, die Edgar Cayce gestellt hat, waren teils richtig, teils falsch. Landveränderungen in Alabama, für 1936 bis 1938 prophezeit, traten nicht ein. Die Gestalt Nordeuropas hat sich nicht verändert, in Japan gab es zwar Erdbeben, aber im Meer versunken ist es nicht, und auch der Untergang von San Francisco und Los Angeles hat bisher nur im Kino stattgefunden. Dass seine Kalifornien- Prognose falsch war, scheint beruhigend aber leider betrifft dies nur den Zeitpunkt. Denn dass sie tatsächlich irgendwann eintreffen wird, ist sicher.
Aber haben Cayce, Lorber, Nostradamus und all die anderen Propheten kleiner oder großer Katastrophen tatsächlich in die Zukunft geschaut? Kann die Zukunft überhaupt vorhergesehen werden?
Vom logisch-philosophischen Standpunkt aus müssen wir diese Frage verneinen. "Zukunft" ist definiert als etwas, das noch nicht existiert. Was nicht existiert, kann auch nicht gesehen werden. Ich kann die "Zukunft" nur sehen, wenn sie bereits vorhanden ist dann aber ist sie nicht mehr "Zukunft", sondern "Gegenwart".
Andererseits kann die "Zukunft" durchaus in der "Gegenwart" schon vorhanden sein in Gestalt von Planungen, Vorhaben, Überlegungen. Wenn ich in meinen Terminkalender schaue, kann ich vorhersagen, wo ich mich heute in sagen wir zwei Monaten um diese Zeit aufhalten werde. Jemand anderer, der in meinen Terminkalender schaut, könnte dies auch. Und wenn ich meine Pläne nicht ändere, wird die Vorhersage auch zutreffen.
Könnte man also annehmen, dass es eine Art "göttlichen Terminkalender" für Erdbeben, Sintfluten, Kriege und andere Katastrophen gibt, und dass Nostradamus und Co. auf welche Weise auch immer darin geblättert haben? Und dass es ebenso eine Art "kosmisches Lexikon der bedeutenden Entdeckungen und Erfindungen" gibt, aus dem Forscher und Erfinder ihre Ideen und Propheten ihre Visionen bezogen haben? Ich halte eine solche Annahme zumindest für plausibler und auch für nützlicher als die Erklärung, die die materialistische Wissenschaft zu bieten hat: dass nämlich all diese Übereinstimmungen nur dem Zufall zuzuschreiben sind.
Allerdings läßt sich nicht übersehen, dass all die Weltuntergangsprognosen, die es bisher gegeben hat, zumindest falsch datiert waren. Haben die Propheten also nicht richtig hingeschaut? Oder haben sie nur in ihrer eigenen Phantasie geblättert? Oder gibt es vielleicht gar kein festgelegtes Zukunfts-Szenario, sondern nur Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten, von denen sich dann diejenigen verwirklichen, von denen eine genügend große Zahl von Menschen glaubt, dass sie eintreten werden?
"Die Zukunft kann nicht vorhergesagt werden", meinte Dennis Gabor, der Erfinder der Holographie, "aber sie läßt sich erfinden." Und erfinden heißt: gestalten. Vielleicht gestalten wir die Zukunft in viel größerem Maße, als die meisten Menschen annehmen nicht nur durch Handeln, sondern auch durch Denken. Dass Gedanken wirkende Kräfte sind, weiß jeder, der sich einmal ernsthaft mit diesem Bereich beschäftigt hat. Und Jesus von Nazareth hat nicht umsonst immer wieder betont: "Dir geschieht, wie du glaubst." Wir können also die Zukunft vielleicht nicht voraussehen, aber wir können sie vermutlich vorausdenken. Diese Annahme hat zumindest einige Wahrscheinlichkeit für sich und wir sollten eine solche Möglichkeit im Auge behalten , vor allem auch, was den Umgang mit Katastrophen-Prophezeihungen angeht.
Je weiter sie ihrer Zeit vorauseilen, desto ungenauer und allgemeiner sind zwangsläufig all die Zukunftsvisionen, die sich auf konkrete Technologien oder Gegenstände beziehen. Denn ein Mensch des Mittelalters beispielsweise wird, wenn er in das Innere eines Computers blickte, gar nicht die Worte haben, um zu beschreiben, was er sieht. Sselbst wenn er es beschreiben könnte, wären seine Zeitgenossen nicht in der Lage, es zu begreifen. Ähnliches gilt auch für viele Aussagen, die Philippe Evrard aus seinen Kryptogrammen herausgelesen und in seinem Buch "Datenbank Zukunft" veröffentlicht hat.
Man fühlt sich an Science-Fiction-Romane erinnert, wenn er davon schreibt, dass 2040 eine teilweise Aufhebung der Erdanziehungskraft möglich sein soll "aufgrund der Aussendung bestimmter Wellen in den Himmel zu genau vorgegebenen Zeiten und in genauen Sendungswinkeln, ausgehend von Glaskonstruktionen in Parallelogrammform".
Oder wenn er für das Jahr 2010 vorhersagt: "In der Mitte Südamerikas werden Wesen aus anderen kosmischen Systemen eine Kontaktstation aufbauen. Einige wenige Menschen werden in unmittelbare Beziehung zu ihnen treten können. Ihnen wird ermöglicht, eine Schwingungssperre zu durchschreiten, die die menschliche von der Wirklichkeit dieser Wesen trennt."
Oder wenn er schreibt, dass "Freie Energie" in großem Umfang zur Verfügung steht und das Geld seine Bedeutung verliert, dass man eine 123 Kilometer tiefe Bohrung ins Erdinnere treiben wird, und dass die politischen Führer in geistiger Übereinstimmung handeln und dabei von höheren Wesen unterstützt werden, "die keinerlei inkarnierte Form besitzen und nur aus geistiger Kraft bestehen."
Dies erscheint heute ebenso unglaublich, wie Mitte des 19. Jahrhunderts Jakob Lorbers Aussage, dass Menschen reden werden "mit der Zunge des Blitzes von einem Ende der Welt zum anderen, und sie werden in der Luft herumfliegen wie die Vögel, weithin über Meere und Länder..."
Philippe Evrard hat auch eine Reihe von Umweltveränderungen angesprochen, Verschlechterung der Luftqualität, Überschwemmungen und Veränderungen der Küstenlinien, das Aufbrechen der Erdkruste in bestimmten Regionen aber es finden sich bei ihm keine Horrorszenarios oder Endzeitpredigten wie bei so vielen anderen "Propheten". Er zeigt eine positive Bewältigung der Zukunft, die zwar erstaunliche Neuerungen bringt, aber vor allem im Sinne eines nicht nur technologischen, sondern auch spirituellen Fortschritts. So sieht er zum Beispiel für das Jahr 2060 eine Erhöhung der geistigen Grundschwingung der Menschen, die zu einem tiefen Respekt für alle anderen Lebewesen führt, "die sie nicht mehr bedenkenlos töten oder vernichten werden."
Durch mentale Beeinflussung aber nicht vergewaltigend, wie bei der heutigen Gentechnologie, sondern in kooperativer Übereinstimmung werden Pflanzen umgestaltet, und "unzählige neue Obst- und Gemüsesorten sorgen für eine ausgeglichene Ernährung". Dadurch entsteht eine globale Harmonie, und deren Folge wiederum "ist ein absolut widerspruchsloses Verhalten zwischen niederen und höheren Lebewesen (Menschen). Der Austausch zwischen beiden Lebensformen bewirkt einen Sprung in der Evolution."
Das klingt "fast zu schön, um wahr zu sein" aber Ansätze dazu finden sich bereits heute: in Findhorn und in Perelandra, oder in Eike Braunroths "Kooperation mit der Natur" (s. esotera 11/99, S.10 ff.). Und der große amerikanische Botaniker Luther Burbank hat seine unzähligen Neuzüchtungen nach eigener Aussage zum Teil auch durch geistige "Überredung" geschaffen: einen stachellosen Kaktus zum Beispiel dadurch, dass er die Pflanze "überzeugte", in seinem Garten vor Feinden geschützt zu sein.
Professor Hoffmann von der Landwirtschaftlichen Fachhochschule Weihenstephan hat bereits 1991 ein großangelegtes Experiment durchgeführt, in dem wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass man Tomatenpflanzen durch positive Gedanken zu einem Mehrertrag von über 20 Prozent motivieren kann. Philippe Evrard hat ebenfalls in einem Experiment versucht, Tomatenpflanzen über eine große Distanz mental zu beeinflussen. Ergebnis: Die "behandelten" Pflanzen waren größer und widerstandsfähiger, Volumen und Nährwert der Tomaten ebenfalls größer als bei der Kontrollgruppe.
Dr. Evrard kann inzwischen auf das Schreiben von Kryptogrammen verzichten und ist in der Lage, Informationen direkt abzurufen und beispielsweise in ein Beratungsgespräch einzubringen. Und mehr als tausend Menschen, die mittlerweile das Nathal-Training absolviert haben, lernen nun ebenfalls, sich mit der "kosmischen Datenbank" zu verbinden und mit der "Zukunft" in Kontakt zu treten.
In Teil 2: Werden bald alle in der "kosmischen Datenbank" surfen?
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