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Datenbank Kosmos (Teil 3)
Es gibt inzwischen eine ganze Reihe gut dokumentierter Untersuchungen über sogenannte "Nahtoderfahrungen" von Menschen, die klinisch tot waren und wiederbelebt wurden. Der Ablauf dieser Erfahrung zeigte in allen Fällen ein ähnliches Grundmuster, unabhängig von Alter, Bildung, Kultur oder sozialem Hintergrund der Betroffenen. Der bekannte Nahtodforscher Dr. Raymond Moody beschreibt es so: "Die Menschen berichten, daß sie, wenn ihr Herz zu schlagen aufhört, ihren Körper verlassen und in die Höhe schweben. Von oben herab sehen sie dann, wie Ärzte und Schwestern versuchen, sie wiederzubeleben. Nach einer Weile nehmen sie eine Art Tunnel wahr, und sie gehen durch diesen Tunnel hindurch und in ein unglaublich strahlendes Licht hinein. Und in diesem Licht fühlen sie sich völlig erfüllt von Liebe und Frieden, von überwältigender Freude und Wohlbefinden." Das Licht verdichtet sich in den meisten Fällen zu einer Gestalt, die je nach kulturellem oder religiösem Hintergrund der "Toten" unterschiedlich bezeichnet wird – als "Christus", "Gott", "Engel" oder einfach als "Lichtwesen". Nach einer allgemein als sehr liebevoll empfundenen Begrüßung präsentiert das "Lichtwesen" einen Lebensrückblick, der mit der Geburt beginnt und alle Stationen des bisherigen Lebens umfaßt, zum Teil sogar mit den dazugehörigen Gefühlen – den eigenen ebenso wie denen aller anderen Menschen, mit denen man jemals zu tun hatte. Dies kann eine angenehme oder unangenehme Erfahrung sein – je nachdem, wie man mit anderen Menschen umgegangen ist. Es werden hier zum Teil Erlebnisse abgerufen, an die sich die meisten Menschen im normalen Wachbewußtsein gar nicht mehr erinnern können. Woher kommen diese Erinnerungen? Da man sie wiedererleben kann, müssen sie ja irgendwo gespeichert sein – aber wo? Im eigenen Gehirn? Dies erscheint eher unwahrscheinlich. Zu einem Zeitpunkt, wo das Herz stillsteht, das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird und sich in einem Zustand akuter Bedrohung befindet, kann man wohl kaum annehmen, daß es sich die Mühe macht, alte Erinnerungen auszugraben und zu einer hollywoodreifen Filmvorführung zusammenzustellen. Wenn es für das Gehirn in einer solchen Situation überhaupt eine sinnvolle Strategie gibt, dann müßte sie logischerweise darin bestehen, möglichst jede Aktivität zu vermeiden und alle Stoffwechselprozesse auf ein Minimum zu reduzieren – eine Art "Winterschlafprogramm" vielleicht, wie es zum Beispiel ein Notebook-Computer aufruft, wenn seine Batterieladung zur Neige geht. Hinzu kommt, daß die betreffenden Personen bereits zu Beginn ihrer "Nahtoderfahrung" sehr klar und deutlich eine Trennung von ihrem physischen Körper empfunden haben, die im nachhinein nicht als traumhaftes, sondern als eindeutig reales Erlebnis beschrieben wird. Das Ich-Bewußtsein, die eigene individuelle Identität, bleibt auch nach der Trennung vom Körper – und damit vom Gehirn – erhalten. Wenn also der betreffende Mensch – oder seine Seele, wenn man es so nennen will – sich nun außerhalb des Körpers befindet, liegt es dann nicht nahe anzunehmen, daß sich auch seine Erlebnisse außerhalb des Körpers abspielen? Und daß seine Erinnerungen dementsprechend auch außerhalb des physischen Gehirns gespeichert sind? Für diese Annahme sprechen der Augenschein, die Logik und auch die Tatsache, daß die Naturwissenschaftler bis heute kein schlüssiges Konzept entwickelt haben, das erklären könnte, wo und wie in unserem Gehirn unsere Erinnerungen gespeichert sind. Aber wenn sie nicht im Gehirn gespeichert sind, wo dann? Rudolf Steiner und andere (H.P.Blavatsky zum Beispiel) haben gelegentlich den Begriff der "Akasha-Chronik" benutzt. "Akasha" war in der alten indischen Philosophie eine Bezeichnung sowohl für den Raum als auch für eine feinstoffliche, den Raum erfüllende Substanz, in der alle Dinge ihren Ursprung haben. Alle unsere Gedanken und Taten – so das Denkmodell von der "Akasha-Chronik" – sollen sich dieser Substanz einprägen wie Fußspuren im feuchten Sand. Sie sollen dort erhalten bleiben und als "Akasha-Chronik" abgelesen werden können.
Begegnung mit liebevollen LichterscheinungenWenn diese Annahme richtig ist, dann sollten sich dort aber nicht nur menschliche Gedanken und Taten wiederfinden, sondern die aller Lebewesen im Kosmos – das gesamte Wissen, die gesamte Geschichte des Kosmos müßte in dieser Chronik gespeichert sein. Ist also die "Akasha-Chronik" unsere "Datenbank Kosmos"? Viele der Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben, sind der Meinung, sich in einer Sphäre kosmischen Wissens oder sogar "Allwissens" befunden zu haben. Der Schweizer Musiker Bo Katzmann meinte: "Ich war im Allwissen drin und badete darin quasi." Die Amerikanerin Betty J. Eadie schrieb in einem Buch über ihre Nahtoderfahrung: "Da erfüllte Sein Licht meinen Geist, und meine Fragen wurden beantwortet, noch bevor ich sie richtig gestellt hatte. Sein Licht war Wissen … Wissen durchdrang mich, ja in gewisser Weise wurde ich selbst das Wissen, und ich war fasziniert von meiner Fähigkeit, die Geheimnisse des Universums einfach dadurch zu verstehen, daß ich über sie nachdachte." Ihr Landsmann Dannion Brinkley (s. auch esotera 9/97, S. 16ff.) wurde während seiner Nahtoderfahrung von einem Lichtwesen in eine "Kristallstadt" begleitet, von der er sagte, daß sie "ein Ort des Lernens war. Ich konnte alle Fragen stellen und würde Antworten bekommen. Ich war wie ein Tropfen Wasser im Ozean des Wissens oder ein Lichtstrahl, der weiß, was alles Licht weiß." George Ritchie wurde während seiner Nahtoderfahrung von einem Lichtwesen an einen Ort geführt, der ihm wie eine Universität vorkam, mit vielen Gebäuden, Laboratorien und einer riesigen Bibliothek. "Hier", so verstand er, "werden alle wichtigen Bücher des gesamten Universums gesammelt." Er wurde durch Räume geführt, in denen wissenschaftliche Experimente durchgeführt wurden, durch ein Musikstudio, in dem eine komplizierte Musik erklang, durch eine große Halle, in der eine seltsame technische Apparatur in einem Wassertank zusammengebaut wurde. Neun Jahre nach seiner Nahtoderfahrung blätterte George Ritchie, inzwischen Doktor der Medizin in Richmond, Virginia, eines Abends in der Zeitschrift "Life" und fand darin zu seiner Verblüffung ein Photo eben jener seltsamen Apparatur im Wassertank. In der Bildunterschrift las er, daß es sich um einen Prototyp des Antriebs für ein Atom-U-Boot handelte. Dannion Brinkley sah während seiner Nahtoderfahrung in der "geistigen Welt" ebenfalls Dinge und Ereignisse, von denen zumindest ein Teil sich Jahre später auf der irdisch-materiellen Ebene realisierte. Die Richtigkeit all dieser Schilderungen läßt sich nicht hundertprozentig beweisen. Einzelne Teile, die nachprüfbar waren, haben sich aber immerhin als richtig erwiesen. Und so ergibt sich hier – zumindest als eine diskussionswürdige Hypothese – das Bild einer "jenseitigen" Wirklichkeit, in der unsere "diesseitige" Wirklichkeit vorausgedacht und vorausgeplant wird. In der, von wem auch immer, künstlerische, technische oder wissenschaftliche Schöpfungen entworfen werden, die dann von uns Menschen abgerufen werden können – wenn wir einen Zugang zu dieser "kosmischen Informationsebene" finden können. Die Nahtoderfahrung scheint eine Möglichkeit dafür zu sein – aber leider (noch?) keine so ganz einfach zu praktizierende. Aber es gibt noch andere Möglichkeiten. Mystikerinnen und Mystiker haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, daß man mit dieser höheren Informationsebene in Verbindung treten kann, wenn man sich in einem veränderten Bewußtseinszustand befindet, beispielsweise in einer sogenannten "Ekstase" oder "Entrückung". Interessanterweise zeigen die Beschreibungen dieser Zustände ganz bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit der Nahtoderfahrung. Vor allem zwei Grundelemente finden sich immer wieder: die "außerkörperliche Erfahrung" und die Begegnung mit der liebevollen, wissenden Lichterscheinung.
Mit den Augen und Ohren des inneren MenschenHildegard von Bingen (1098 – 1179) hat von jenem "wissenden Licht" nicht nur ihre großartigen, auch heute, nach fast 900 Jahren, noch hochgeschätzten Werke diktiert bekommen, sondern auch viele einfache und konkrete Anweisungen für Menschen, die sie um Hilfe baten. "Ich schaute zu dem Lichte auf", schrieb sie beispielsweise, und: "Es gab mir folgende Antwort für Dich …" Sie hat auch zukünftige Ereignisse vorhergesagt – unter anderem dem Kaiser Friedrich Barbarossa. Was es genau war, ist nicht überliefert, aber der Brief, in dem Barbarossa die Prophezeiung bestätigt, ist uns erhalten geblieben. Immer wieder betont Hildegard, daß ihr Wissen nicht aus ihr selbst stammt, sondern aus dem wissenden Licht: "Was Es mir nicht sagt, das weiß ich nicht." Sie sieht sich als Instrument und vergleicht sich mit einer "Posaune, die zwar die Töne gibt, aber selbst nichts dazu tut. Ein anderer bläst hinein, damit sie töne." Sie berichtet von außerkörperlichen Erfahrungen während ihrer Visionen: "Und meine Seele steigt, wie Gott es will, in diesem Gesichte (= Vision) zur Höhe des Firmaments und in den Wechsel verschiedener Lüfte und breitet sich zu mannigfachen Völkern hin, die in weiten Ländern und Räumen mir entfernt sind …" Und sie erwähnt auch, daß sie sich dabei nicht in Trance befindet: "Die Gesichte, die ich schaue, empfange ich nicht in traumhaften Zuständen, nicht im Schlafe oder in Geistesgestörtheit, nicht mit den Augen des Körpers oder den Ohren des äußeren Menschen und nicht an abgelegenen Orten, sondern wachend, besonnen und mit klarem Geist, mit den Augen und Ohren des inneren Menschen, an allgemein zugänglichen Orten, so wie Gott es will." Diese Fähigkeit hatte sie bereits als kleines Kind: "Die Kraft und das Mysterium verborgener, wunderbarer Gesichte erfuhr ich seit meinem fünften Lebensjahr." Und die Begegnung mit dem "wissenden Licht" liegt noch weiter zurück: "Im dritten Jahre meines Lebens sah ich ein so großes Licht, daß meine Seele erzitterte, doch konnte ich meines jugendlichen Alters wegen nichts darüber äußern." Und die Ursache für ihre Visionen verlegt sie sogar noch weiter zurück, bis in die Zeit vor ihrer Geburt: "Bei meiner ersten Gestaltung, als Gott mich im Schoße meiner Mutter durch den Hauch des Lebens erweckte, prägte er meiner Seele dieses Schauen ein." Was Hildegard zu dieser Auffassung bewogen hat, wissen wir nicht. Hat sie es in einer Lichtvision erfahren? Gibt sie einfach eine gängige Ansicht ihrer Zeit über angeborene Eigenschaften wieder? Oder hatte sie vielleicht sogar eine "pränatale Nahtoderfahrung"? Daß es etwas Derartiges gibt, hat der amerikanische Nahtodforscher Dr. Melvin Morse bei seinen Untersuchungen über die "Nahtoderfahrungen" von Kindern herausgefunden. Wie auch immer – jedenfalls hat Hildegard von Bingen ihre Fähigkeit, sich mit einer höheren Informationsebene zu verbinden, offenbar bereits auf diese Welt mitgebracht und nicht erst später, durch bestimmte Techniken beispielsweise, erworben. Bei Teresa von Avila (1515 – 1582) war es anders. In ihrem Buch "Die Innere Burg" beschreibt sie, wie sie durch bestimmte Formen des Gebets – das "Gebet der Worte", das "Innere (wortlose) Gebet", das "Gebet der Vereinigung" – in der Zurückgezogenheit der Klosterzelle den Zugang zu einer höheren Wirklichkeit fand. Und auch bei ihrer Schilderung gibt es erstaunliche Übereinstimmungen mit der "Nahtoderfahrung".
Von der Klosterzelle zum Samadhi-Tank"Doch kehren wir", so schreibt sie beispielsweise, "zurück zu diesem jähen Hingerissensein des Geistes. Es scheint dabei wirklich so, als verlasse er den Leib, wobei es andererseits keinen Zweifel gibt, daß die betreffende Person nicht tot ist; zumindest einige Augenblicke lang aber kann sie selbst nicht sagen, ob sie im Körper ist oder nicht. Es scheint ihr, als sei sie mit ihrem ganzen Wesen in einer fremden Region gewesen, die ganz anders ist als die, in der wir leben. Dort zeigt sich ihr ein anderes Licht, das so verschieden von dem hiesigen ist, daß es ihr unmöglich wäre, auch wenn sie sich ihr ganzes Leben lang darum bemühte, es sich mit all den anderen Dingen auszudenken. In einem Augenblick wird ihr da eine solche Unzahl von Dingen gezeigt, daß sie in vielen Jahren der Mühe mit ihrer Phantasie und ihrem Denken nicht ein Tausendstel davon zusammenbrächte. Dies ist keine Vision des Verstandes, sondern eine bildhafte Schau, die man mit den Augen der Seele viel besser aufnehmen kann, als wir hier mit denen des Körpers sehen; und ohne Worte werden ihr da mancherlei Dinge klar." Sie schreibt an anderer Stelle von einem "dröhnenden Geräusch", das auch in einigen "Nahtoderfahrungen" beschrieben wurde, sie nennt jenes in vielen "Nahtoderfahrungen" erwähnte wunderbare Gefühl, eine "göttliche Wonne", der gegenüber "die Freuden der Welt nur Kehricht sind". Und sie ist sich, wie alle diejenigen, die eine "Nahtoderfahrung" gemacht haben, sicher, daß ihr Erlebnis kein Traum war: "Ich sage, daß dies kein Traumzustand ist." Es gibt in dem erwähnten Buch noch weitere detaillierte Übereinstimmungen, und es gibt noch viele andere Berichte von mystischen Erfahrungen, bei denen die Ähnlichkeit mit "Nahtoderfahrungen" ins Auge fällt. Die Methoden der Mystikerinnen und Mystiker sind auch heute noch nachvollziehbar – Gebet, Versenkung, Zurückgezogenheit, Gottesbetrachtung. Dies ist nicht weit entfernt von "Meditation" oder "sensorischer Deprivation", mit der man heutzutage veränderte Bewußtseinszustände hervorruft, oder dem Yogaweg, wie er in den Sutren des Pantanjali beschrieben wird. Aber auch wenn man die Klosterzelle mit dem "Samadhi-Tank" vertauscht – derartige Wege zu beschreiten kostet Zeit. Mehr Zeit, als der moderne Mensch gewöhnlich aufzuwenden bereit ist. Aber es gibt Methoden, die schneller zum Ziel führen – sofern es nicht um eine "unio mystica", eine mystische Vereinigung mit dem Göttlichen geht, sondern nur um einen Zugang zu jener höheren Informationsebene, aus der – wie wir mit einiger Berechtigung annehmen können – die Inspirationen von Denkern, Dichtern, Musikern, Wissenschaftlern und Erfindern stammen. Eine dieser Methoden kann ich aus eigener Erfahrung beschreiben. Vor einigen Jahren bekam ich vom ZDF den Auftrag, einen Film über den Unternehmensberater Dr. Philippe Evrard zu machen, der phantastische Zukunftsvisionen in exotischen Schriftzeichen aufgezeichnet hatte, deren Bedeutung er selbst erst nach Jahren intuitiv erfassen und in eine verständliche Sprache übersetzen konnte. Inzwischen hat er auch gelernt, Informationen direkt von einer "höheren Informationsebene" abzurufen, ohne den Umweg über die seltsamen Schriftzeichen. Diese Fähigkeit verdankt er einer speziellen Art von mentalem Training – der sogenannten "Nathal-Methode", die seine Frau, die Psychologin Prof. Dr. Gertje Lathan, entwickelt hat ("Nathal" ist ein Anagramm ihres Nachnamens). Schon vor vielen Jahren hatte sie in ihrer psychiatrischen Praxis bei der Arbeit mit drogenabhängigen oder verhaltensgestörten Menschen zwei Dinge festgestellt: Zum einen war sie in der Lage, Energie auf ihre Patienten zu übertragen, zum anderen berichteten sie, daß sie in Dr. Lathans Anwesenheit zwei Gestalten auftauchen sahen, die ihnen helfen wollten. Nach einer Weile begann sie selbst mit diesen "Helfern" – die sie heute als "Energieentitäten" oder "Lichtwesen" bezeichnet – in einen (inneren) Dialog zu treten, sie um Rat oder Hilfe zu bitten. Aus einem solchen Dialog heraus entstand dann auch die "Nathal-Methode", die sie jetzt in ihren Seminaren vermittelt. Diese "Helfer" sind in der spirituellen Überlieferung seit alters her bekannte Figuren. Man sprach vom "Schutzengel", vom "Inneren Helfer" oder "geistigen Führer". Die alten Germanen kannten den "fylgjur", den unsichtbaren Freund und Gefährten. Der griechische Philosoph Sokrates hatte seinen "Daimonion", der sich als eine innere Stimme bemerkbar machte. Seinen Freunden erzählte der Philosoph: "Ihr habt mich oft und bei manchen Gelegenheiten sagen hören, etwas Göttliches lasse sich in mir vernehmen. Das begann bei mir schon in meinen Knabenjahren; und wenn diese Stimme sich vernehmen läßt, dann warnt sie mich stets vor dem, was zu tun ich im Begriffe bin." Der irische Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats (1865 – 1939) hat nach eigenen Aussagen seine späte Lyrik mit Hilfe zweier Geistwesen verfaßt, die er "instructors" nannte – "Lehrer". Manchmal tauchen in der Überlieferung zwei Gestalten auf, manchmal ist es nur eine. Auf jenem berühmten Gemälde von Hieronymus Bosch, wo er den aus "Nahtoderfahrungen" bekannten Tunnel ins Licht abbildete, wird eine "Seele" von einem, eine andere von zwei "Helfern" begleitet. Hier sind es, der damaligen Zeit gemäß, geflügelte Engel. In den "Nathal"-Seminaren können die "Helfer" ganz unterschiedliche Gestalt annehmen.
Mit Helfern zu anderen SchwingungsebenenIm Verlauf unserer Dreharbeiten sprach ich mit mehreren Seminarteilnehmern, die aufregende Dinge zu berichten hatten und mich so neugierig machten, daß ich mich entschloß, selbst ein Seminar mitzumachen. Es dauerte fünf Tage, an denen wir jeweils vormittags und nachmittags eine Art "Meditation mit innerer Bilderreise" machten und dann anschließend in einem Gruppengespräch unsere Erfahrungen austauschten. Der Ablauf der "Reise", den Dr. Lathan vorgibt, beginnt damit, daß man – entspannt mit geschlossenen Augen auf einer Liege ruhend – sich vorstellt, daß man auf einer Parkbank sitzt und dort von zwei Wesen (den bereits erwähnten "Helfern") abgeholt und über verschiedene Stationen der Reinigung und Einstimmung zu einem "Lichtkanal" gebracht wird, durch den man zur "Ersten Lichtebene" aufsteigt. Hier kann man Informationen bekommen, mit "außerirdischen Intelligenzen" kommunizieren oder zum Flug in höhere Lichtebenen abheben. Nach Ansicht von Dr. Lathan ist dies ein Übungsfeld, wo man lernt, mit anderen Räumen und Schwingungsebenen umzugehen. Es liegt jenseits der sogenannten "Astralebene", die man mit Hilfe des "Lichtkanals" gewissermaßen "durchtunnelt". Wie die einzelnen Stationen erlebt werden und wie lange man sich dort aufhält, ist unterschiedlich. Man soll sich hier ganz den "Helfern" anvertrauen, ihnen den Ablauf überlassen und ihn nach Möglichkeit nicht selbst zu lenken versuchen. Das hat den Vorteil, daß man nicht in Räume oder Erlebnisse hineingerät, denen man unter Umständen noch nicht gewachsen wäre. Andererseits kommt man dadurch aber auch nicht weiter als es die "Helfer" wollen, und einige Teilnehmer haben im ersten Seminar die "Lichtebene" noch nicht erreicht. Ein Arzt beispielsweise blieb die ganzen fünf Tage auf der unteren Ebene, wo er verschiedenen "Behandlungen" unterzogen wurde. Er war trotzdem nicht enttäuscht, denn es war ihm bewußt geworden, was in seinem Leben alles falsch lief, und er ging aus dem Seminar mit einer klaren Vorstellung, was er alles zu ändern hatte. Bei einigen Teilnehmern spielte sich sehr viel ab, bei anderen weniger, und ich hatte im nachhinein den Eindruck, daß jeder das bekam, was er gerade brauchte – nicht, was er wollte oder erhoffte. Ich habe während dieser fünf Tage viele eindrucksvolle Bilder und Szenen gesehen und wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Ich war auf der "Lichtebene" in einer riesigen Bibliothek, die wie eine Kathedrale gebaut war, und ein alter buckliger Bibliothekar zeigte mir das wichtigste Buch von allen: Es trug den Titel "Die Sprache des Herzens" und war mit leeren Seiten gefüllt. "Alles ist ein Buch", sagte er mir, " jedes Wesen, jedes Ding, und kann gelesen werden – wenn man sich gefühlsmäßig darauf einstellt." Ich wurde selbst zu einem Buch und spürte, wie schön es ist, geöffnet und gelesen zu werden. Ich sah mich – in einer anderen Szene – mit einem großen, flachen Sieb Sand sieben. Aus den Sand tauchten Formen auf, Schnecken, Muscheln und anderes. Man gab mir zu verstehen, daß dies meine Aufgabe sei: sozusagen die Spreu vom Weizen zu trennen, das Wesentliche "herauszusieben" aus dem Unwesentlichen. Ich sah Menschen wachsen wie Kristalle, gebunden an das "Gesetz, nachdem sie angetreten", aber frei im Hinblick auf Richtung und Geschwindigkeit. Ich schwamm als Qualle durch eine "Wasserwelt" und lernte Rhythmus und Gelassenheit, ich flog zu einem anderen Planeten, wo ein gewaltiger Urwald die Ruinen einer High-Tech-Zivilisation überwucherte. Ich erfuhr, daß es "kulturelle Gezeiten" gibt und so, wie Winter auf Sommer folgt, auf eine "Kultur totaler Naturkontrolle" Jahrtausende des "Geschehenlassens" folgen, damit die herrschende Rasse Gleichmut lernt und der Planet Gelegenheit hat, sich zu regenerieren. Ich sah phantastische Blumen und Insekten und bedauerte, nicht das Talent eines Malers wie Manfred Scharpf zu haben, um sie wiedergeben zu können.
Eine Schlüsselfrequenz im Delta-BereichDas Eindrucksvollste aber war eine Art "Reise durch die Elemente". Während einer der "Behandlungen" auf der "Liege" sah ich einen Vulkanausbruch mit gewaltigen Eruptionen von glühender Lava. Ich fragte nach dem Wesen dieser von mir als "plutonisch" assoziierten Energie und erfuhr, sie sei zwar zerstörend, aber nicht bedrohlich, sondern reinigend und erneuernd. Als ich mich dieser Energie öffnete, fühlte ich, wie ich "aufgeschmolzen" und immer heller wurde. Alle Chakras begannen zu leuchten, und aus dem Scheitelchakra löste sich eine Sonne, die immer größer wurde und schließlich – wie eine Supernova – explodierte. Ich verbrannte in dieser explodierenden Sonne (= Reinigung), erfuhr mich – brennend – als Feuer (= Kraft), dann als Luft (= Beweglichkeit), als Erde (= Beständigkeit), als Wasser (= Lebendigkeit/Verbindlichkeit) und schließlich wieder als Feuer. Immer heller brennend wurde ich zu Licht und stieg als Licht auf, mit einem Gefühl von Unzerstörbarkeit und Unsterblichkeit, wie ich es vorher noch nie und auch seither nicht wieder erlebt habe. Ich wußte in diesem Augenblick, daß es nur Wachstum und Fortschritt gibt, ich wußte, wie Johann Gottfried Herder es ausdrückte: "Kein Tod ist in der Schöpfung, nur Verwandlung." Ich wußte, daß die Bhagavadgita recht hat, wenn sie sagt: "Es gibt kein Werden aus dem Nichts, noch wird zu Nichts das Seiende." Ich fühlte mich ungeheuer wohl und badete sozusagen in einem "kosmischen Sicherheitsgefühl". Das dann leider wieder verblaßte und nur Erinnerung blieb. Ich sah noch viele andere Dinge – ein "Schöpfungswesen" zum Beispiel, das ein Biotop gestaltete, mit einem Gehirn wie eine riesige Baumkrone, dessen einzelne Zellen aus Lebewesen bestanden. Ich sah, daß alles mit allem verbunden ist, daß keine Gattung sich unabhängig von den anderen verändern kann und jeder Artenwandel synchronisiert erfolgen muß. Ich sah mich selbst in der Zukunft in einem Vortragssaal in New York eine Rede halten über bestimmte Aspekte der Evolution. Ich sah in einem anderen Bild unzählige Lichtgestalten im Kreis stehen, hinter denen etwas höher ein weiterer Kreis von Lichtgestalten zu sehen war und darüber noch weitere Kreise, bis in endlose Höhen. Ich sah Ströme von Licht als "Wasser des Lebens", ich wurde in einen Edelstein verwandelt, um zu lernen, wie man ohne Widerstand und Bewertung kosmische Schwingungen reflektiert. Ich sah und erlebte dies alles mit einem Teil meines Bewußtseins, einiges klar, einiges eher diffus, während der andere Teil sich bewußt war, daß er auf einer Liege im Nathal-Institut lag. Wo aber war ich wirklich auf diesen Reisen? Da, wo die Mystiker und die klinisch Toten waren? In anderen Sphären? Oder nur in meiner Phantasie? Aber wo liegt meine Phantasie? Sie realisiert sich in meinem Kopf – aber hat sie da auch ihren Ursprung? Das Fernsehprogramm realisiert sich auch im Fernsehapparat, aber es hat seinen Ursprung – in diesem Fall wissen wir es genau – ganz woanders. Der Psychologe Günther Haffelder (siehe esotera 2/96) hat EEG-Messungen an Nathal-Teilnehmern durchgeführt, die zeigen, daß sich dabei in der Tat das Gehirnwellenmuster verändert. Neben einer Synchronisation der beiden Großhirnhemisphären zeigt sich gleichzeitig eine erhöhte Aktivität im Delta- und Beta-Bereich. Dies erscheint paradox, denn die Beta-Wellen (über 14 Hertz) kennzeichnen den normalen Wachbewußtseinszustand – Delta-Wellen (zwischen 4 und 0 Hertz) finden sich hingegen im Tiefschlaf oder bei Bewußtlosigkeit. Günther Haffelder hat diese Verbindung von Delta und Beta allerdings auch bei Medien gemessen, wenn sie mit der "geistigen Welt" Kontakt aufnahmen: "Wir haben durch unsere Analysen festgestellt, daß es im Delta-Bereich eine Art Schlüsselfrequenz gibt, eine Art 'Tor'. Wenn der Mensch dieses 'Tor' öffnen, wenn er es aktivieren kann, das heißt, wenn dort Frequenzen entstehen in seinem Gehirn, fängt er an, zu anderen Systemen Kontakt aufzunehmen."
Der unerforschte Ozean der AllwissenheitSind also die langsamen Gehirnwellen im Delta-Bereich ein Schlüssel zu menschlichen Ideen und Visionen? Sind wir vielleicht alle im Tiefschlaf in anderen Welten zu Gast? Und haben es nur beim Aufwachen vergessen – bis auf das, was dann als "Inspiration" in unserem Bewußtsein auftaucht? Durch das Nathal-Training kann man offenbar lernen, Delta-Wellen auch in wachem Zustand zu produzieren – und vielleicht dadurch Zugang zu einer höheren Informationsebene finden. Ich sage vorsichtshalber "vielleicht" – denn wo ich mich auf meinen "Ausflügen im Geiste" wirklich befunden habe, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aber ich vermute schon, daß ich in den Nathal-Sitzungen an die "Datenbank Kosmos" angeschlossen war. Indizien verschiedenster Art – Aussagen von Künstlern, Mystikern und Wissenschaftlern, von Menschen, die klinisch tot waren und wiederbelebt wurden, ferner die erstaunliche Tatsache, daß bedeutende Erfindungen und Entdeckungen so häufig von mehreren Personen gleichzeitig gemacht wurden, und nicht zuletzt eigene Erfahrungen – haben mich von der Existenz einer höheren Informationsebene, einer "Datenbank Kosmos", überzeugt. Auch wenn noch viele Fragen offen sind: Wie wird zum Beispiel die Information gespeichert, wie abgerufen, wie oder von wem wird sie verwaltet? Sind hier wie beim Radio alle "Programme" gleichzeitig vorhanden und nur durch ihre Frequenz, durch ihre Schwingungsqualität getrennt? Ist ein Vergleich mit unseren Kommunikationsmedien überhaupt sinnvoll? Die Naturwissenschaft lehnt all diese Vorstellungen zur Zeit noch ab, hat aber andererseits selbst keine brauchbare Erklärung für den Ursprung von Intuition und Inspiration, von Visionen und "Nahtoderfahrungen" anzubieten. Das liegt aber vor allem daran, daß die heutige Naturwissenschaft strikt materialistisch-mechanistisch ausgerichtet ist und ihr die Annahme einer höheren kosmischen Informationsebene nicht ins Weltbild paßt. Aber es ist Stoff genug vorhanden, um mehr als eine Generation von Psychologen zu beschäftigen, wenn die Wissenschaft erst einmal bereit ist, die vorhandenen Fakten ernst zu nehmen. Und ich möchte, ohne mich dabei für einen Propheten zu halten, die Voraussage wagen, daß es in nicht allzu ferner Zukunft ebenso selbstverständlich sein wird, im "Cosmic Wide Web" on-line zu gehen wie heute im Internet, im A.O.L. oder BTX. Und man wird dazu nicht das "Handy" benutzen, sondern das "Brainy". Der große Physiker Isaac Newton hat einmal gesagt, daß er sich wie ein Kind vorkomme, das am Strand mit bunten Steinen spielt – während der große Ozean des Wissens unerforscht hinter seinem Rücken liegt. Und was die "Datenbank Kosmos" angeht, so ist es hier vielleicht sogar ein "Ozean der Allwissenheit", der darauf wartet, von uns entdeckt zu werden. Wenn aber alles, was jemals gesagt, gedacht oder getan wurde – und nicht nur auf unserem, sondern auf allen Planeten im Kosmos –, in dieser "Datenbank" gespeichert ist, dann enthält sie zwangsläufig auch eine ganze Menge Unfug, bis hin zu Schwachsinn und Horror. Es sind also dringend Vorsicht und Unterscheidungsvermögen geboten, wenn wir im "kosmischen Internet" herumsurfen, und nach wie vor gilt die Warnung des Apostels: "Omnia probate, solum bonum tenete" – Prüfet alles, und nur das Gute behaltet!
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