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Datenbank Kosmos (Teil 2)
Nachdem er die "Nathal-Methode" praktiziert hatte, eine besondere Art von mentalem Training, das seine Frau, Prof. Dr. Gertje Lathan, entwickelt hat, begann der Unternehmensberater Dr. Philippe Evrard 1985 seltsame Schriftzeichen zu schreiben, die niemand entschlüsseln konnte. Eineinhalb Jahre später wurde ihm die Bedeutung der Zeichen während einer "Nathal"-Übung bewußt, und er las daraus eine Fülle von phantastischen, zukunftsweisenden Visionen (siehe Teil 1). Solche Visionen sind keineswegs ungewöhnlich – die Geschichte liefert dafür zahlreiche Beispiele –, aber ihre Herkunft ist noch nicht eindeutig geklärt. Daß es sich dabei nur um "Zufallsprodukte" handelt, ist höchst unwahrscheinlich. Eine ganze Reihe von Menschen, denen außergewöhnliche Ideen, Einfälle oder Visionen zuteil wurden, haben die Ansicht geäußert, daß diese Dinge sozusagen von "außen", von einer höheren Informationsebene, in sie einströmten. Besonders deutlich sind hier die Aussagen von bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern. Der Musiker Johannes Brahms schrieb beispielsweise über seine Kompositionen: "Ich sehe nicht nur bestimmte Themen vor meinem geistigen Auge, sondern auch die richtige Form, in die sie gekleidet sind, die Harmonien und die Orchestrierung. Takt für Takt wird mir das fertige Werk offenbart. (…) Ich muß mich im Zustand der Halbtrance befinden, um solche Ergebnisse zu erzielen – ein Zustand, in welchem das bewußte Denken vorübergehend herrenlos ist und das Unterbewußtsein herrscht – denn durch dieses, als ein Teil der Allmacht, geschieht die Inspiration …" Von anderen Komponisten weiß man, daß sie ihre Ideen in ähnlicher Weise empfangen haben – Tschaikowsky beispielsweise, Elgar oder Mozart. Aber dies gilt nicht nur für Musiker. Der englische Maler und Dichter William Blake (1757 – 1827) etwa schrieb in bezug auf sein Versepos "Milton": "Ich habe diese Dichtung nach Diktat geschrieben, zwölf oder manchmal zwanzig, dreißig Zeilen auf einmal, ohne jede Absicht, ja sogar gegen meinen Willen." An anderer Stelle: "Die Welt der Imagination ist die Welt der Ewigkeit. Sie ist der göttliche Schoß, in den wir nach dem Tod des vegetierenden Körpers alle eingehen werden. Diese Welt der Imagination ist unendlich und ewig, während die Welt des Zeugens, des Vegetierens endlich und zeitbedingt ist. Es gibt in jener ewigen Welt die zeitlosen Realitäten von allem, das wir in diesem pflanzlichen Spiegel der Natur reflektiert sehen." Und – so möchte man hinzufügen – wenn die eigentliche Wirklichkeit aller Erscheinungsformen in jenem ewigen Reich der Imagination vorhanden ist, sollte man dann nicht auch, wenn man dazu Zugang hat, alle Ideen, die der Kosmos jemals hervorgebracht hat, dort wiederfinden? Dante Alighieri (1265 – 1321) schrieb seine "Göttliche Komödie" – eine der größten Dichtungen des Abendlandes – nach innerem Diktat. Im 24. Gesang des "Purgatorio" sagt er von sich selbst: "Wohl bin ich einer, der, was Liebe einhaucht, festhält; und gehorsam dem innern Wahrspruch setz ich meine Zeichen." Und er läßt den Dichter Buonagiunta, einen Zeitgenossen, darauf antworten: "Nun seh ich, Bruder, die Verstrickung, die mich, Notaio und Guittone nicht zu neuen innigen Kunstformen kommen ließ. Nun seh ich, wie genau sich deine Feder an das Diktat, das ihr vorausgeht, hält: was bei den unsern sicher nicht der Fall war." Dante macht also hier das "innere Diktat" für die Qualität seiner Dichtung verantwortlich. Goethe betrachtete, Jahrhunderte später, seinen "Genius" als eine geheimnisvolle Kraft, und auch er sagte, daß ihn, ebenso wie Blake, seine Gedichte von allein und manchmal geradezu gegen seinen Willen überkamen. Und Rainer Maria Rilke bezeichnete das Entstehen seiner "Sonette an Orpheus" als das "gehorsamste und rätselhafteste Diktat, das ich je ausgehalten habe" (s. auch esotera 11/97, S. 28 ff.). George Eliot, eine englische Autorin des 19. Jahrhunderts, berichtete einem Freund, "daß bei allem, was sie für ihre besten Texte hielt, eine Art 'Nicht-Ich' beteiligt war, das von ihr Besitz ergriffen habe und daß sie das Gefühl hatte, ihre eigene Persönlichkeit sei lediglich das Instrument gewesen, durch das dieser Geist handelte". Zeitgenössische Kolleginnen von George Eliot sehen ihre Arbeit ähnlich. Die Kinderbuchautorin Enid Blyton schrieb beispielsweise: "Ich schließe für ein paar Minuten meine Augen, mit meiner Schreibmaschine auf den Knien – ich mache meinen Geist zu einem leeren Nichts und warte. Und dann stehen meine Personen vor meinem geistigen Auge da, mit einer Deutlichkeit, als sähe ich richtige Kinder. (…) Ich weiß selbst nicht, was sich da abspielen wird. Ich bin in der glücklichen Situation, eine Geschichte zum ersten Mal gleichzeitig zu lesen und zu schreiben. Manchmal macht eine der Figuren einen Witz (…) und dann muß ich lachen, während ich ihn zu Papier bringe und denke: also darauf wäre ich nie in meinem Leben gekommen! Und dann frage ich mich: Ja, aber WER ist darauf gekommen?"
Schwimmen in einem Meer von InformationAuch die österreichische Schriftstellerin Lotte Ingrisch kennt solche Erfahrungen und bezieht ihre Ideen und Visionen zum Teil ebenfalls aus höheren Sphären: "Ich glaube, daß wir alle in einem Meer von Information schwimmen. Die Information ist überall, buchstäblich überall, und wenn wir Antennen dafür haben, dann können wir sie empfangen. Man sagt ja auch: der Einfall. Es fällt etwas in uns ein, etwas, das nicht aus uns selbst stammt. Und ein begabter Mensch ist einfach einer, der eine Öffnung hat, in die etwas einfallen kann. Wobei die Frage ist, ob dieser Einfall von einer Region außerhalb unserer selbst kommt oder ob wir gewissermaßen in verschiedenen Etagen leben. Die Kahuna-Magie spricht von einem niederen, einem mittleren und einem höheren Selbst – aber ich könnte mir vorstellen, daß wir unendlich viele einander überlagernde Wirklichkeiten haben und daß wir aus anderen Wirklichkeiten abrufen können, was wir hier in dieser Welt, in dieser Wirklichkeit dann mitteilen. Vieles von dem, was ich schreibe, übersteigt einfach meinen eigenen Horizont und muß aus anderen Ebenen, wie gesagt, innerhalb oder außerhalb meiner selbst stammen. Und noch etwas ist merkwürdig: Manchmal beim Aufwachen – es ist der Augenblick vorm Aufwachen – da höre ich eine Stimme, die mich belehrt, die ungeheure Dinge sagt, die für mich wie Erleuchtung sind. Und ich mache die Augen auf, die Stimme verstummt, ich höre gerade noch nachhallend den letzten Satz. Und dann fange ich an, an Engel zu glauben – daß es vielleicht ein Engel ist, der mich unterweist. Kann aber auch sein, daß der Engel ich selber bin, jenseits dieser physischen Existenz." Daß Künstler Inspirationen haben, daß sie in höhere Informationsebenen hinaufreichen, klingt nicht so verwunderlich – ihnen traut man so etwas zu. Aber auch Wissenschaftler und Erfinder haben derartiges erlebt. Der Chemiker August Kekulé fand die ringförmige Struktur des Benzols, als er von einer Schlange träumte, die sich in den Schwanz biß. Und er empfahl später seinen Kollegen: "Meine Herren, lernen wir zu träumen – vielleicht finden wir dann die Wahrheit …" Ein Erfinder unserer Tage, der Amerikaner Josh Reynolds, hat nicht nur Inspirationen erlebt, sondern auch Hilfe von einem verstorbenen Kollegen erfahren. Reynolds lebt in Laguna Beach, einem kleinen Badeort südlich von Los Angeles. Der ehemalige Börsenmakler kam aus New York dorthin, als er merkte, daß Hektik und Streß in der Wall Street seine Gesundheit ruinierten. Bekannt wurde Reynolds in den USA durch die Erfindung eines Ringes, der entsprechend der Stimmung von Trägerin oder Träger seine Farbe ändert, und durch ein Trimmgerät, mit dem man verschiedene Muskelpartien trainieren kann. Es ist inzwischen auch in deutschen Fitneß-Shops und in den Filialen eines Kaffeerösters zu finden. Seine wichtigste Erfindung aber ist wohl der "Luftionisator", ein Gerät, das zwecks Luftverbesserung negative Ionen erzeugt. Bei der Entwicklung dieses Gerätes stand Reynolds vor dem Problem, einen Hochspannungsgenerator in Kleinstformat zu konstruieren – Experten erklärten dies für unmöglich, und er kam nicht weiter. Da erinnerte er sich eines Abends an einen verstorbenen Kollegen: "Eines Nachts beim Einschlafen habe ich mir Nikola Tesla vorgestellt, und während ich in den Schlaf hinüberdämmerte, konnte ich sein Gesicht vor mir sehen. Ich fühlte Respekt für ihn und fragte ganz bescheiden: 'Wie kann ich Ihren Hochspannungsgenerator auf ein handliches, kleines Format bringen, mit dem ich die hohe Spannung erzeugen kann, die ich brauche?' Am nächsten Morgen war mir nicht bewußt, daß ich eine Antwort bekommen hatte, bis ich zum Zeichenbrett ging und die Lösung einfach aufzeichnete. Und dabei hatte ich das Gefühl, mit seinem geistigen Feld in Berührung zu sein." Der Physiker und Elektroingenieur Nikola Tesla, Erfinder des Hochspannungsgenerators, starb bereits 1943. Wie also konnte Reynolds mit ihm in Verbindung treten? "Wenn ein großer Geist", so meint er, "wie Tesla oder Einstein, uns körperlich verläßt, dann verschwindet sein Wissen, sein geistiges Feld nicht einfach – glaube ich –, sondern es lebt weiter, es wird Teil eines allgemeinen Bewußtseins. Und ich hatte das Gefühl, durch selektives Einstellen, wie bei einem Radiogerät, mein eigenes Bewußtsein in Verbindung gebracht zu haben mit Teslas Bewußtseinsfeld, mit seiner geistigen Essenz oder Seele, wie immer man es nennen will – so daß ich auf diese Weise gewissermaßen ein Kanal für Informationen wurde."
Wie ein heimliches KultusministeriumViele bedeutende Erfindungen oder Entdeckungen wurden von mehreren Menschen gleichzeitig, aber unabhängig voneinander gemacht. Die Kohlefadenlampe beispielsweise von Thomas Edison und Joseph Swan. Und das Telefon von Elisha Gray und Alexander Graham Bell. Daß Bell als Erfinder des Telefons in die Geschichte einging, verdankt er der Tatsache, daß er am 14.2.1876 sein Patent zwei Stunden früher anmeldete als Gray. Im April des gleichen Jahres meldete, unabhängig von den beiden, der Amerikaner James McDonough ein Telefon zum Patent an. Bereits 1854 hatte der Franzose Charles Bourseul in einem Artikel der Zeitschrift "L'Illustration" die Möglichkeit einer Übertragung von Sprache durch Elektrizität beschrieben, und 1861 baute der deutsche Physiker Johann Philipp Reis ein zwar einfacheres – im Vergleich mit den Apparaten von Bell und Gray –, aber immerhin funktionierendes Telefon. Er fand nur wenig Interesse und keinerlei finanzielle Unterstützung, verlor dann auch noch durch eine Kehlkopferkrankung seine Stimme, und so geriet seine Erfindung wieder in Vergessenheit. Könnte es sein, daß eine "höhere Instanz" unbedingt sichergehen wollte, daß die Menschheit mit dem Telefon "gesegnet" wird, und deshalb gleich ein halbes Dutzend Erfinder auf diese Sache ansetzte? Der französische Philosoph Blaise Pascal (1623 – 1662) fand die Lösung für ein schwieriges mathematisches Problem genau zur gleichen Zeit wie sein Kollege Fermat. In seinem "Traité du triangle arithmétique" schreibt er 1654: "Derselbe Lehrsatz, den ich kürzlich von mehreren Seiten her bewiesen habe, war auch unserem berühmten Parlamentsrat von Toulouse, Monsieur de Fermat, eingefallen. Und das Erstaunlichste dabei ist folgendes: ohne daß er mir den kleinsten Fingerzeig gegeben hätte, noch ich ihm, schrieb er in seiner Provinz, was ich gerade in Paris erdachte, und zwar, wie die von uns gleichzeitig geschriebenen und empfangenen Briefe belegen, genau zu derselben Stunde!" War das Telepathie – oder haben beide aus der gleichen Quelle geschöpft? Oder war es vielleicht doch nur "Zufall" – wie die Materialisten meinen? Joseph Priestley (1733 – 1804) und Carl Wilhelm Scheele (1742 – 1786) entdeckten, ebenfalls unabhängig voneinander, zur gleichen Zeit den Sauerstoff. Rudolf Sachtleben schrieb dazu in einer Abhandlung über die beiden Chemiker: "Wenn es ein heimliches Kultusministerium gäbe, so hätte es, um den Fortschritt der chemischen Wissenschaft besorgt, die Entdeckung des Sauerstoffs doppelt sichergestellt. Außer dem exzentrischen Priestley hätte es einen zweiten zuverlässigen Entdecker damit beauftragt. Das war Carl Wilhelm Scheele." Der englische Wissenschaftler Alfred Russel Wallace (1823 – 1913) meinte: "Gedanken und Einstellungen sind sicher keine Willensakte. Sie kommen uns – wir wissen kaum, wie oder woher …" Wallace entwickelte im Dschungel von Borneo zur gleichen Zeit die gleichen Ideen über die Evolution wie Charles Darwin. Er fand eine "stufenweise Veränderung" aller Organismen und erkannte: "Das Leben wilder Tiere ist ein Kampf ums Dasein." 1858 schickte er von der Molukken-Insel Ternate einen Artikel über seine Ideen an Darwin mit der Bitte um Kritik und Stellungnahme. Darwin war erschüttert – er sah in Wallaces Artikel eine Kurzfassung seiner eigenen Arbeit vor sich. "Ich habe niemals ein auffälligeres Zusammentreffen gesehen", schrieb er an seinen Freund Lyell. "Wenn Wallace meine handschriftliche Skizze von 1842 hätte – er hätte keinen besseren und kürzeren Auszug machen können! Selbst seine Ausdrücke stehen jetzt als Überschriften über meinen Kapiteln."
In Trance Automobile vorhergesehenWallace war bescheiden genug, damals Darwin den Vortritt zu lassen: "Was die Theorie der natürlichen Zuchtwahl anbetrifft", schrieb er ihm, "so werde ich stets behaupten, daß es sich um Ihre Lehre handelt, und zwar ausschließlich um die Ihrige. Sie haben diese Theorie in Einzelheiten ausgearbeitet, an die ich nie dachte, Jahre vor mir. Ich hatte einen 'Lichtblick' über diesen Gegenstand, und meine Arbeit hätte nie jemand überzeugt und wäre höchstens als geistreiche Spekulation aufgefaßt worden. Ihr Buch hingegen revolutioniert die Naturwissenschaft und hat die Besten unseres Zeitalters mitgerissen." Es kam hier zu keinem Prioritätsstreit – anders als bei Leibniz und Newton, die beide, unabhängig voneinander, aber auch etwa gleichzeitig, die Differentialrechnung entwickelten und sich heftig darüber stritten, wer als erster darauf gekommen sei. Carl Benz und Gottlieb Daimler erfanden zur gleichen Zeit, 1885, das Automobil – der eine in Mannheim, der andere in Stuttgart. Allerdings hatte Siegfried Marcus in Wien schon 1864 einen Kraftwagen gebaut, diese Erfindung aber nicht weiter ausgewertet. Und 1856 bereits hatte der amerikanische Spiritist Andrew Jackson Davis in seinem Buch "The Penetralia" das Automobil vorhergesehen: "Gebet acht in jenen Tagen! – auf Wagen, Equipagen, Reisesalons auf der Landstraße, ohne Pferde, ohne Dampf, ohne jedwede sichtbare Bewegungskraft, alles bewegt sich mit großer Schnelle und weit größerer Sicherheit als gegenwärtig. Equipagen und Wagen schwerer Gattung werden durch eine seltsame und dabei einfache Verbindung von Wasser und atmosphärischen Gasen bewegt werden. Diese Verbindung wird so leicht kondensiert, so einfach entzündet und unseren gegenwärtigen Lokomotiven ähnlich angewendet, daß der ganze Apparat zwischen den Vorderrädern verborgen und gehandhabt werden kann. Diese Fahrgelegenheiten werden viele Verlegenheiten verhindern, wie solche jetzt die Bewohner wenig bevölkerter Gegenden durchzumachen haben. Die erste Bedingung wird eine gute Straße sein, auf der mit der neuen Lokomotive ohne Pferde mit großer Schnelligkeit gefahren wird." Und einige Passagen weiter schreibt er über den zukünftigen Luftverkehr: "Es ist nur ein Ding notwendig, um Luftschiffahrt zu haben, und das ist die Anwendung dieser soeben in Betracht gezogenen höheren Bewegungskraft, die eben jetzt im Begriff ist, entdeckt zu werden. (…) Diese Kraft wird kommen! Sie wird nicht nur die Lokomotiven auf den Schienen, die Wagen aller Gattung auf der Landstraße, sondern auch die Luftwagen in Bewegung setzen, die durch den Äther hin von Land zu Land reisen." In einem anderen Buch, "The Principals of Nature", das er 1847 in Trance diktierte, behauptete Andrew Jackson Davis, daß es hinter dem Neptun noch einen neunten Planeten gäbe. 83 Jahre später, 1930, wurde er schließlich entdeckt: Pluto. Was könnte die Ursache dafür sein, daß so viele große Erfindungen und Entdeckungen zur gleichen Zeit mehrfach gemacht wurden? Handelt es sich dabei um etwas, das gleichsam als Idee im Raum schwebt und mehr als einem menschlichen Gehirn zugänglich ist? Aber – wenn ja – in welchem Raum erscheint es da? Und in welcher Form? Und auf welche Weise kann diese Information abgerufen werden? Beispielsweise, indem man seltsame Schriften schreibt?
Intuition statt logischer AbleitungDen Eindruck, den Josh Reynolds schilderte, gewissermaßen eine Art Kanal für Informationen zu sein, hat mir auch Philippe Evrard berichtet: "Ich bestimme, wann ich beginne zu schreiben und wann ich aufhöre. Aber darüber hinaus habe ich inhaltlich keinen Einfluß darauf und keine Möglichkeit, diesen Inhalt – weder direkt noch indirekt – zu gestalten. Ich stelle nur meine Hand zur Verfügung und schreibe diese Gedanken nieder." Inzwischen ist er auch in der Lage, Lösungen oder Lösungsansätze "geistig abzufragen", ohne über das Problem selbst informiert zu sein – ein Hinweis darauf, daß es sich hier um pure Intuition handelt und nicht um logisch-deduktive Ableitung. Hat er eine Idee, woher diese Informationen kommen? "Diese Informationen", meint Philippe Evrard, "sind an sich allgegenwärtig und immer erreichbar. Sie sind weder durch Zeit noch durch Raum eingeschränkt und können grundsätzlich abgerufen werden. Sie sind in einer Art höheren Informationsebene, wenn man das so nennen will." Aber was könnte dies für eine Informationsebene sein, zu der Evrard und Reynolds und all die anderen anscheinend Zugang gefunden haben? Vielleicht findet sich ein Hinweis darauf in den sogenannten "Nahtoderfahrungen", in den Erlebnissen von Menschen, die klinisch tot waren und wiederbelebt wurden. Der Schweizer Musiker Bo Katzman hat eine solche Erfahrung hinter sich. Er ist Sänger, Komponist und leitet außerdem den größten Gospelchor Europas. 1972 war er mit seinem Motorrad unterwegs, fuhr, wie er heute zugibt, viel zu schnell und prallte gegen ein stehendes Auto. Mit schweren inneren Verletzungen wurde er ins Kantonsspital in Basel eingeliefert und kam gleich auf den Operationstisch. Er erzählt:
Ein riesiger Nebel gesammelten Wissens"… bei der Operation war ich plötzlich bei hellstem Bewußtsein, ich spürte, daß ich mich über meinem Körper befand, und sah meinen aufgeschnittenen Körper da auf dem Operationstisch liegen. Und was das Erstaunlichste war: Ich hörte die Gedanken der Umstehenden wie Gespräche. Und ich begriff, daß ich jetzt tot war – ich begriff das –, und ging zu dem operierenden Chirurgen und zupfte ihn am Ärmel und war ganz aufgeregt, daß der nicht merkt, daß ich tot bin." Bo Katzman entfernte sich dann "in andere Sphären", die er wie einen riesigen Nebel empfand. "Und dieser Nebel", so erinnert er sich, "das war nicht einfach Nebel, sondern – jetzt muß ich ganz vorsichtig sein, damit ich mich richtig ausdrücke – er war das gesammelte Wissen. Und ich hatte so einen Nebelkörper und verschmolz mit diesem Nebel, hatte aber immer noch Konturen. Und durch diese Verschmelzung war ich ein Teil des Wissens. Und schlagartig wurde mir alles klar. Ich wußte, wie die Materie aufgebaut ist. Ich wußte, warum die Welt erschaffen worden ist. Ich wußte einfach alles, weil – das war vorhanden, und ich war ein Teil davon. Wie wenn man einen Tropfen ins Meer spritzt, und er ist so ein Teil vom Meer – so war ich ein Teil von diesem Allwissen." Wie ist das nun, wenn er seine Musik schreibt? Hat er das Gefühl, dann auch Inspiration von jener höheren Informationsebene zu bekommen? "Also, wenn ich Musik erfinde", meint er, "dann mache ich das in den seltensten Fällen am Klavier, sondern wenn ich irgendwo draußen im Wald oder in den Bergen herumgehe. Ich wandere, ich marschiere. Und dann kommt das auf mich zu. Das fließt einfach rein, und dann krieg ich das, krieg ich die Melodien und Texte." Jenes "Allwissen", von dem er ein Teil war, ging Bo Katzman bei seiner Wiederbelebung leider verloren. Andere Menschen, die klinisch tot waren, haben ähnliches berichtet, und es gibt inzwischen eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen über solche sogenannten "Nahtoderlebnisse" oder "außerkörperliche Erfahrungen". Wenn man nach einer Umfrage des Gallup-Instituts geht, dann haben bereits mehr als acht Millionen Amerikaner einen solchen Ausflug in höhere Sphären erlebt. Dr. Willis Harman, ehemals Professor an der Stanford University und bis zu seinem Tod Leiter des "Institute of Noetic Science", hat sich eingehend mit diesem Bereich befaßt. Er meint: "Das Faszinierende an außerkörperlichen Erfahrungen oder Nahtoderlebnissen ist, daß das, was auch immer dabei den Körper verläßt, die Erinnerung mitnimmt, die Fähigkeit zu denken und die Fähigkeit wahrzunehmen. Das zwingt uns geradezu, unsere Definition von Erfahrung zu überdenken – sie als etwas zu sehen, das nicht in den Gehirnzellen gespeichert ist –, und die Definition von Wahrnehmung, die nicht allein von körperlichen Organen geleistet wird."
Bewußtsein – vom Körper unabhängig"Außerkörperliche Erfahrungen und Nahtoderlebnisse und viele andere Informationen, zum Beispiel das, was eine Kommunikation mit Verstorbenen zu sein scheint, all das weist auf ein Bild des Universums hin, in dem unsere Existenz hier nur Teil eines Lernprozesses ist und der Tod nur ein Übergang in eine andere Lernebene, und ich bin davon überzeugt, daß unsere Wissenschaft innerhalb des nächsten Jahrzehnts sich in diese Richtung bewegen wird." Es gibt erstaunliche Übereinstimmungen zwischen den – inzwischen auch von der Naturwissenschaft weitgehend akzeptierten – "Nahtoderlebnissen" und den Berichten von Mystikerinnen und Mystikern, von Visionären und "Erleuchteten" aller Zeiten und Kulturen. Hildegard von Bingen und die Bhagavadgita, Teresa von Avila und das Tibetanische Totenbuch, Menschen, die klinisch tot waren und wiederbelebt wurden – sie alle berichten, zum Teil sogar mit nahezu identischen Formulierungen, im Wesentlichen das gleiche. Und diese Aussagen weisen nicht nur darauf hin, daß unser Bewußtsein unabhängig von unserem Körper existieren kann, sondern auch darauf, daß unser Universum ein gigantisches informationsverarbeitendes System ist, eine "Datenbank Kosmos", vielleicht sogar ein denkender Organismus. Zu dessen Erfahrungen und Erinnerungen auch wir normalen "Nichtgenies" Zugang finden können – wenn wir uns der richtigen Methoden bedienen.
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