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Zum Meer des Wissens
Vor fünf Jahren fand in Manfred Kages "Institut für wissenschaftliche Fotografie" in Schloß Weißenstein eine Reihe sehr interessanter Experimente statt. Dr. Philippe Evrard sollte hier verschiedene Mikroorganismen mental beeinflussen, und Manfred Kage hatte dafür seine Räume und seine Spezialausrüstung zur Verfügung gestellt. In der ersten Versuchsreihe ging es darum, Bierhefe- und Kolibakterien-Präparate zu vermehrtem Wachstum anzuregen. "Die Messungen ergaben eine signifikante Wachstumszunahme", hieß es im abschließenden Forschungsbericht. Während die Wachstumsraten in der Regel zwischen 5 und 50 Prozent betragen, ergab sich hier "eine quantitative Vermehrung um das 5000fache".
In einer weiteren Versuchsreihe sollten Legionellen, die Erreger der sogenannten "Legionärskrankheit" unschädlich gemacht werden. Auch dieses Experiment war erfolgreich: "Wie die mikroskopischen Aufnahmen dokumentieren, wurde bereits nach 28 Stunden eine deutliche Erhellung (entspricht der Neutralisierung) der Erreger festgestellt." Und nach 50 Stunden zeigte eine Untersuchung der Erreger: "Ein Kontaminierungsrisiko für die Menschen besteht nicht mehr."
Philippe Evrard hatte sich während der Versuche mit Hilfe der "Nathal"-Methode in einen veränderten Bewusstseinszustand versetzt. Günter Haffelder, Leiter des "Instituts für Kommunikation und Gehirnforschung" in Stuttgart, begleitete die Experimente und nahm dabei EEG-Messungen an Dr. Evrard vor. Es zeigten sich signifikante Veränderungen des normalen Gehirnwellenmusters: Neben der deutlich erkennbaren Synchronisation beider Großhirnhemisphären war vor allem eine erhöhte Aktivität im Delta- und Beta-Bereich zu beobachten. Das erscheint paradox, denn Beta-Wellen (über 14 Hertz) kennzeichnen den normalen Wachbewusstseinszustand Delta-Wellen (unter 4 Hertz) finden sich hingegen im Tiefschlaf oder bei Bewusstlosigkeit.
Günter Haffelder hat diese Verbindung von Delta und Beta allerdings auch bei Medien gemessen, wenn sie mit der "geistigen Welt" Kontakt aufnehmen: "Wir haben durch unsere Analysen festgestellt", erklärt er, "dass es im Delta-Bereich eine Art Schlüsselfrequenz gibt, eine Art Tor. Wenn der Mensch dieses Tor öffnen, wenn er es aktivieren kann, das heißt, wenn dort Frequenzen entstehen in seinem Gehirn, fängt er an, zu anderen Systemen Kontakt aufzunehmen."
Sind also die langsamen Gehirnwellen im Delta-Bereich ein Schlüssel zu höheren Informationsebenen? Sind wir vielleicht alle im Tiefschlaf in anderen Welten zu Gast und haben es nur beim Aufwachen vergessen bis auf das, was dann als "Inspiration" in unserem Bewusstsein auftaucht?
Günter Haffelder hat auch an anderen Nathal-Absolventen EEG-Messungen vorgenommen und dabei die gleichen Gehirnwellenmuster festgestellt. Durch das "Nathal"-Training kann man offenbar lernen, Delta-Wellen auch in wachem Zustand zu produzieren und das ist vielleicht tatsächlich der Schlüssel zu einer höheren Informationsebene, wo sich nicht nur Ideen und Visionen finden lassen, sondern auch die Möglichkeit, mit anderen Lebewesen irdischen und "außerirdischen" zu kommunizieren. Dass dies zumindest mit Mikroorganismen und Pflanzen möglich ist, wird durch die mit Philippe Evrard gemachten Experimente eindrucksvoll belegt.
Mystiker, Visionäre, Propheten und Medien haben diese höhere Informationsebene zum Teil spontan erreicht, oft aber auch erst durch jahrelanges Üben und Kasteiungen in der Abgeschiedenheit. Es ist das Verdienst von Dr. Gertje Lathan, hier eine Methode entwickelt zu haben, die auch für den modernen Menschen und unter den Bedingungen unserer westlichen Zivilisation einfach zu erlernen und auszuüben ist. Allerdings kam auch bei ihr der Anstoß zu dieser Entwicklung, ebenso wie die technischen Details, aus der Inspiration durch jene höhere Ebene.
Dr. Lathan hatte nach Studium und Promotion (über ein Thema der Gerontologie) erst als klinische Psychologin gearbeitet und sich später mit eigener Praxis selbständig gemacht. Bei ihrer Arbeit mit drogenabhängigen oder verhaltensgestörten Menschen hatten sich dann im Laufe der Zeit zwei Dinge herausgestellt: Zum einen war sie in der Lage, Energie auf ihre Patienten zu übertragen, zum anderen berichteten diese, dass sie in Dr. Lathans Anwesenheit zwei Gestalten vor ihrem geistigen Auge auftauchen sahen, die ihnen helfen wollten.
Nach einer Weile begann Dr. Lathan selbst mit diesen "Helfern" die sie heute als "Energie-Entitäten" oder "Lichtwesen" bezeichnet in einen (inneren) Dialog zu treten und sie bei der einen oder anderen Gelegenheit um Rat oder Hilfe zu bitten. Sie hatte schon vorher regelmäßig meditiert, und eines Tages hatte sie während der Meditation eine jener "Lichterfahrungen", wie sie in den so genannten "Nahtoderlebnissen" immer wieder vorkommen. In diesem "wissenden Licht" wurden ihr der Ablauf und die einzelnen Details der "Nathal"-Methode gezeigt, die sie jetzt seit mehr als zehn Jahren in ihren Seminaren vermittelt.
Ihr Mann Philippe Evrard war der erste, der die Methode ausprobieren durfte, und als sich bei ihm die erstaunlichen Erfolge der Übungen zeigten, begann sie auch mit anderen Menschen zu arbeiten, erst in Einzel-, dann in Gruppensitzungen. Als sich immer mehr Interessenten meldeten, wurde das "Nathal"-Institut gegründet, das heute seinen Sitz in Wuppertal hat und wo sich inzwischen über tausend Menschen die "Nathal"-Methode angeeignet haben.
1993 hatte mir der leider im vergangenen Herbst verstorbene Karl Schnelting, seinerzeit Leiter der Hauptredaktion "Kultur und Wissenschaft" im ZDF, den Auftrag gegeben, einen Dokumentarfilm über Philippe Evrard und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten zu drehen. Während der Dreharbeiten lernte ich auch die "Nathal"-Methode kennen und sprach mit mehreren Seminarteilnehmern, die aufregende Dinge zu berichten hatten. Von Reisen in andere Welten war die Rede, von erstaunlichen Erkenntnissen, von überraschender Besserung körperlicher Beschwerden mehr als genug, um mich so neugierig zu machen, dass ich beschloss, selbst an einem "Nathal"-Seminar teilzunehmen. Der Grundkurs den man später durch verschiedene Folgeseminare ergänzen kann dauert fünf Tage, an denen man jeweils vormittags und nachmittags eine Art "Meditation mit innerer Bilderreise" macht, mit anschließendem Erfahrungsaustausch in einem Gruppengespräch.
Der Ablauf der "Reise", den Frau Dr. Lathan vorgibt und begleitet, beginnt damit, dass man entspannt mit geschlossenen Augen auf einer Liege liegend sich zur Einstimmung innerlich den Satz vorsagt: "Ich will mich geistig entwickeln, ich suche das Licht, ich bitte um Hilfe und Führung." Dann stellt man sich vor, dass man auf einer Parkbank sitzt und dort von zwei Wesen (den bereits erwähnten "Helfern") abgeholt und über mehrere Zwischenstationen zur "Ersten Lichtebene" ins "Haus der Lichtklarheit" geführt wird. Hier kann man Informationen bekommen und mit "außerirdischen Intelligenzen" kommunizieren. Hier soll man lernen, mit anderen Räumen und Schwingungsebenen umzugehen, um dann zu weiteren, höheren Lichtebenen aufzubrechen.
Wie die einzelnen Stationen erlebt werden und wie lange man sich dort aufhält, ist zum Teil sehr unterschiedlich. Man soll sich hier ganz den "Helfern" anvertrauen, ihnen den Ablauf überlassen und nach Möglichkeit nicht versuchen, ihn selbst zu lenken. Das hat den Vorteil, dass man nicht in Räume oder Erlebnisse hineingerät, denen man unter Umständen noch nicht gewachsen wäre. Wenn jemand beispielsweise Angst hat, wird der Prozess durch die "Helfer" gestoppt, und die Angst wird so lange bearbeitet, bis sie verschwunden ist erst dann wird die "Reise" fortgesetzt.
Bei einigen Teilnehmern spielte sich sehr viel ab, bei anderen weniger, und ich hatte im Nachhinein den Eindruck, dass jeder das bekam, was er gerade brauchte nicht was er wollte oder erhoffte.
Es geht hier darauf hat Gertje Lathan immer wieder hingewiesen nicht um einen "spirituellen Abenteuerurlaub", sondern um eine Weiterentwicklung des Charakters und der eigenen Fähigkeiten. Es sind vor allem zwei Dinge, die "Nathal" von anderen Formen des mentalen Trainings unterscheiden. Da ist zum einen die Priorität des Gefühls: Der Zugang zu den höheren geistigen Ebenen wird nicht über den Verstand gewonnen, sondern über das Gefühl. "Gefühl ist die Grundlage des Erkennens und die Basis für Änderungen", schrieb Gertje Lathan in einem Aufsatz über die "Nathal"-Methode.
Der andere besondere Aspekt liegt in der Gestalt der beiden "Helfer", die man während des "Nathal"-Trainings visualisiert und die einem während des gesamten Ablaufs mit Rat und Tat zur Seite stehen. Solche "Helfer" sind in der spirituellen Überlieferung seit alters her bekannte Figuren. Man sprach vom "Schutzengel", vom "Inneren Helfer" oder "geistigen Führer". Die alten Germanen kannten den "fylgjur", den unsichtbaren Freund und Gefährten. Und ihr Gott Odin wurde von zwei weisen Raben begleitet, Hugin und Munin, die auf seinen Schultern saßen und ihn mit Informationen und guten Ratschlägen versorgten.
Der griechische Philosoph Sokrates hatte seinen "Daimonion", der sich als eine innere Stimme bemerkbar machte. Seinen Freunden erzählte der Philosoph: "Ihr habt mich oft und bei manchen Gelegenheiten sagen hören, etwas Göttliches lasse sich in mir vernehmen. Das begann bei mir schon in meinen Knabenjahren; und wenn diese Stimme sich vernehmen lässt, dann warnt sie mich stets vor dem, was zu tun ich im Begriffe bin."
Der irische Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats (1865 1939) hat nach eigenen Aussagen seine späte Lyrik mit Hilfe zweier Geistwesen verfasst, die er "instructors" nannte "Lehrer". Sie tauchten zum ersten Mal im Oktober 1917 auf und verkündeten ihm: "We have come to give you metaphors for poetry wir sind gekommen, um dir bildhafte Ausdrücke für deine Poesie zu liefern."
Auch der geniale Renaissance-Philosoph Giordano Bruno (15481600) gehörte zum Kreise derer, die durch eine "Lichterfahrung" in die Ebene höheren Wissens vordringen konnten. In seinen Schriften sprach er davon, dass die Erde an den Polen abgeflacht ist und dass Nordpol und Südpol von Zeit zu Zeit ihre Positionen vertauschen, dass unsere Sonne sich ebenfalls um ihre Achse dreht, dass es hinter dem Saturn noch weitere Planeten gibt und dass die Fixsterne ebenfalls Sonnen sind, die von Planeten umkreist werden. Alles Dinge, die er auf "normalem" Wege nicht hätte in Erfahrung bringen können. Er nahm im Ansatz die Keplerschen Gesetze vorweg und Teile der Relativitätstheorie. Er entwarf ein holografisches Weltbild mit auffälligen Parallelen zur indischen Philosophie, die zu seiner Zeit im Abendland unbekannt war, er glaubte an Karma und Reinkarnation. "Seine genialen Intuitionen sind seinen Zeitgenossen um mehrere Jahrhunderte vorausgeeilt", schreibt Egon Friedell in seiner "Kulturgeschichte der Neuzeit".
Sein "Erleuchtungserlebnis", das er im Alter von 30 Jahren hatte, beschrieb er folgendermaßen: "Schließlich aber ließ die Liebe (...) sich in den geheiligten Lichtern nieder: Sie zeigte ihm (damit meint er sich selbst) durch zwei intelligible (d.h. nur durch innere Schau erkennbar, nicht durch sinnliche Wahrnehmung) Gestalten die göttliche Schönheit. (...) Nun konnten jene Strahlen, welche vom erleuchtenden und wissenden Geist, von der Sonne der Einsicht, ausgesandt wurden, leicht durch seine Augen eingehen, und zwar die der Wahrheit durch die Pforte der erkennenden Kraft, die der Güte durch die Pforte des Begehrens ins Herz, das heißt ins Grundwesen des Gefühls
" Hier scheinen zwei Kernelemente des "Nathal"-Trainings vorweggenommen: das Gefühl, und die beiden "Helfer" "intelligible Gestalten".
Auch sein Landsmann Dante Alighieri (12651321) hat nach eigenem Bekenntnis seine "Göttliche Komödie" eine der größten Dichtungen des Abendlandes nach innerem Diktat geschrieben. Im ersten Gesang des "Paradiso" sagt er: "Die Herrlichkeit dess, der das All bewegt, durchdringt die Welt und leuchtet mehr an einem Ort und wenger an dem andern. Im Himmel, dem das größte Licht er spendet, war ich und Dinge sah ich, die zu sagen keiner vermag, der je von dort zurückkommt." Und auch er wird bei seiner Reise von der Unterwelt in die Überwelt von zwei "Helfern" begleitet: erst von "Vergil", dann von "Beatrice".
In der spirituellen Tradition ist manchmal von zwei Gestalten die Rede, manchmal ist es auch nur eine. Auf jenem berühmten Gemälde von Hieronymus Bosch, wo er den später auch aus "Nahtoderfahrungen" bekannten Tunnel ins Licht abbildete, wird eine "Seele" von einem, eine andere von zwei "Helfern" begleitet. Hier sind es, dem Denken der damaligen Zeit gemäß, geflügelte Engel.
In den "Nathal"-Seminaren können die "Helfer" ganz unterschiedliche Gestalt annehmen. Sie sind sozusagen ein Spiegelbild unserer eigenen Einstellung zu ihnen, und ihre Form ist ein Symbol der Möglichkeiten, die wir ihnen zutrauen. Sie können als abstrakte Lichterscheinung auftreten, als Tiere oder Comic-Figuren erscheinen oder als menschliche Gestalten männlich sein oder weiblich oder beides in einem. Ich sah beispielsweise in einer Sitzung einen meiner "Helfer" als alten Tattergreis und den anderen als Schimpansen. Als ich sie nach der Bedeutung dieser Erscheinungsformen fragte, stellte sich heraus, dass ich nicht geführt werden, sondern selbst meine "Helfer" führen wollte und sie deshalb bildlich als "Schwachköpfe" darstellte. In einer anderen Sitzung verwandelten sie sich mit einem Mal in Skelette und bekamen einen bedrohlichen Aspekt: ein Abbild meines Misstrauens den "Helfern" gegenüber, da ich bezweifelte, dass ihre Hilfe umsonst sei, und irgendeinen Pferdefuß dahinter vermutete.
Ich habe im Verlauf der fünf Tage des Grundkurses und auch während der vier Aufbaukurse, die ich seither absolviert habe, viele eindrucksvolle Bilder und Szenen gesehen und wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Ich war auf der "Lichtebene" in einer riesiger Bibliothek, die wie eine Kathedrale gebaut war, und ein alter buckliger Bibliothekar zeigte mir das wichtigste Buch von allen: es trug den Titel "Die Sprache des Herzens" und war mit leeren Seiten gefüllt. "Alles ist ein Buch", sagte er mir, " jedes Wesen, jedes Ding, und kann gelesen werden wenn man sich gefühlsmäßig darauf einstellt." Ich sah mich in einer anderen Szene mit einem großen, flachen Sieb Sand sieben. Aus dem Sand tauchten Formen auf, Schnecken, Muscheln und anderes. Man gab mir zu verstehen, dass dies meine Aufgabe sei: sozusagen die Spreu von Weizen zu trennen, das Wesentliche "herauszusieben" aus dem Unwesentlichen.
Ich schwamm als Qualle durch eine "Wasserwelt" und lernte Rhythmus und Gelassenheit, ich flog zu einem anderen Planeten, wo ein gewaltiger Urwald die Ruinen einer High-Tech-Zivilisation überwucherte. Ich erfuhr, dass es "kulturelle Gezeiten" gibt, und so, wie Winter auf Sommer folgt, auf eine "Kultur totaler Naturkontrolle" Jahrtausende des "Geschehenlassens" folgen, damit die herrschende Rasse Gleichmut lernt und der Planet Gelegenheit hat, sich zu regenerieren.
Das Eindrucksvollste aber war eine Art "Reise durch die Elemente". Ich sah einen Vulkanausbruch mit gewaltigen Eruptionen von glühender Lava. Als ich mich dieser Energie öffnete, fühlte ich, wie ich "aufgeschmolzen" und immer heller wurde. Alle Chakren begannen zu leuchten, und aus dem Scheitelchakra löste sich eine Sonne, die immer größer wurde und schließlich, wie eine Supernova, explodierte. Ich verbrannte in dieser explodierenden Sonne (= Reinigung), erfuhr mich, brennend, als Feuer (= Kraft), dann als Luft (= Beweglichkeit), als Erde (= Beständigkeit), als Wasser (= Lebendigkeit/Verbindlichkeit) und schließlich wieder als Feuer. Immer heller brennend wurde ich zu Licht und stieg als Licht auf, mit einem Gefühl von Unzerstörbarkeit und Unsterblichkeit, wie ich es vorher noch nie und auch seither nicht wieder erlebt habe. Ich fühlte mich ungeheuer wohl und badete sozusagen in einem "kosmischen Sicherheitsgefühl". In diesem Augenblick wusste ich, dass es nur Wachstum und Fortschritt gibt, ich wusste, wie Johann Gottfried Herder es ausdrückte: "Kein Tod ist in der Schöpfung, nur Verwandlung." Ich wusste, dass die Bhagavadgita recht hat, wenn sie sagt: "Es gibt kein Werden aus dem Nichts, noch wird zu Nichts das Seiende."
Ich sah in einem anderen Bild unzählige Lichtgestalten im Kreis stehen, hinter denen etwas höher ein weiterer Kreis von Lichtgestalten zu sehen war und darüber noch weitere Kreise, bis in endlose Höhen. Ein ganz ähnliches Bild fand ich später in einer Illustration zu Dantes "Göttlicher Komödie" wieder. Ich sah und erlebte dies alles mit einem Teil meines Bewusstseins, einiges deutlich, einiges eher diffus, während der andere Teil sich bewusst war, dass er auf einer Liege im "Nathal"-Institut lag. Ich hatte nicht die Klarheit und das Gefühl absoluter Realität, wie es aus den "Nahtoderfahrungen" beschrieben wird. Aber einiges von dem, was ich sah und erlebte, habe ich später in Berichten über diese Erfahrungen und in den Schilderungen der Mystiker wiedergefunden.
Ich sah noch viele andere Dinge. Ich sah mich selbst in der Zukunft in New York eine Rede halten über bestimmte "antidarwinistische" Aspekte der Evolution. Auf die Frage, wann dies stattfinden würde, bekam ich die Zahl 1998 vermittelt. Auch hier zeigte sich wieder, dass Zahlen, die man auf solche Weise erfährt, nicht verlässlich sind: Ich war 1998 nicht in New York. Allerdings habe ich in diesem Jahr mein Buch "Das Darwin-Komplott" geschrieben, in dem exakt das Thema meines imaginären Vortrags behandelt wird.
Die Beschäftigung mit der eigenen Zukunft gehört zum Standardrepertoire des "Nathal"-Trainings. In einigen speziellen Übungen ist man gehalten, sich positive Aspekte der eigenen Zukunft zeigen zu lassen und die damit verbundenen angenehmen Gefühle möglichst intensiv zu empfinden. Die dabei oft entstehende innere Sehnsucht nach dieser neuen Situation hilft den Menschen, die notwendigen Maßnahmen im Alltag zu treffen, die erforderlich sind, um die eigene Zukunft zu gestalten. Allerdings werden liebgewordene Wunschträume dabei von den "Helfern" gelegentlich drastisch korrigiert. Eine Redakteurin aus der Schweiz, die mit ihrer Arbeit unzufrieden war und mit dem Gedanken spielte, eine therapeutische Ausbildung zu beginnen, bekam sehr deutlich gesagt, dass dies der falsche Weg wäre, dass sie bei ihrer alten Tätigkeit bleiben, diese aber besser organisieren sollte.
Andererseits gibt es immer wieder klare, konkret umsetzbare Anweisungen. Philippe Evrard hat zum Beispiel seine "Nathal"-Fähigkeiten in seine Arbeit als Unternehmensberater integriert und dabei tatsächlich zukünftige Entwicklungen vorausgesehen. Ende 1985 hatte er bei Gesprächen über die politische Entwicklung in Europa geäußert, dass die Teilung Deutschlands in etwa vier Jahren auf friedlichem Wege beseitigt würde. Das erschien seinen Gesprächspartnern damals so abwegig, dass sie auf eine weitere Beratung verzichteten. Einem Klienten, der Anfang der 90er Jahre Besitzansprüche in der ehemaligen DDR anmelden wollte, verhalf er zu einer Strategie, die schließlich erfolgreich war, weil sie bereits Gesetze berücksichtigte, die erst Jahre später erlassen wurden.
Es gäbe noch viele Beispiele, aber die Klienten sprechen nur sehr ungern darüber, denn so ein Schweizer Managementberater "es handelt sich ja doch meistens um sehr persönliche oder vertrauliche geschäftliche Angelegenheiten".
Auch zahlreiche "Nathal"-Absolventen haben von erfolgreichen Ideen berichtet, die ihnen im Verlauf des Trainings eingegeben wurden. Ein Zahnmediziner bekam beispielsweise Informationen über eine vorbeugende Behandlung von Parodontose, und ein Hautarzt erhielt Anweisungen für eine Salbe gegen Neurodermitis. Ein Ingenieur, der an einer Entsalzungsanlage für Meerwasser arbeitete, konnte durch die Hinweise der "Helfer" seine Anlage einfacher, kleiner und wirtschaftlicher gestalten.
Dr. Matthias Kleespies, ein junger Biologe, hatte entdeckt, dass der Wasserkefir (ein naher Verwandter des Milchkefirs) ein Polymer bildet, das einen für viele Zwecke nutzbaren Biokunststoff darstellt. Allerdings benötigte der Wasserkefir ursprünglich Zucker und Feigen als Nahrung, und das hätte die Produktion so teuer gemacht, dass sie von vornherein unwirtschaftlich gewesen wäre. Nachdem er zwei Jahre lang erfolglos nach einer preiswerteren Ersatznahrung gesucht hatte, entdeckte Dr. Kleespies die "Nathal"-Methode, durch die er zu neuen Ideen und Impulsen kam. Philippe Evrard und Gertje Lathan, die an dem Projekt Interesse fanden, unterstützten ihn finanziell und richteten ihm im "Nathal"-Institut ein Labor ein. Mit Hilfe der "Nathal"-Technik kam eine Kommunikation mit den Kefirorganismen zustande, die zur Entdeckung einer preiswerten Ersatznahrung führte, außerdem die Produktion beschleunigte und um etwa 25 Prozent steigerte. Einsatzmöglichkeiten, als Ökodämmstoff oder Papierersatz, werden noch erforscht.
In einem Artikel hat Matthias Kleespies für eine neue, induktive Wissenschaft plädiert, die Kreativität und Intuition stärker einbezieht und auch bereit ist, sich mit höheren Informationsebenen einzulassen. "Bin ich als Mensch", so fragt er, "in der Lage, Ideen zu erzeugen, oder bin ich lediglich Empfänger präexistenter Ideen, die unabhängig von mir entstanden?" Und er kommt zu dem Schluß: "Ideen sind eigenständige Gebilde, die unabhängig von uns Menschen existieren, aber nur von je bestimmten Menschen empfangen werden können. Das bedeutet, dass jeder Wissenschaftler, ja jeder Mensch, auch jetzt schon permanent übergeordnete Instanzen nutzt, um erfolgreich zu sein."
Auch wenn es der Eitelkeit des Menschen nicht unbedingt schmeichelt, so zeigt doch ein Blick auf die Geschichte, dass bedeutende Erfindungen oft von mehreren gleichzeitig, aber unabhängig voneinander gemacht wurden: Glühbirne und Telefon, die Herstellung von flüssigem Sauerstoff, das Auto und die Differentialrechnung (s. auch Teil 1). Und auch viele Aussagen über die Entstehung großer Kunstwerke oder wissenschaftlicher Erkenntnisse weisen eindeutig auf eine höhere Quelle hin.
"Ich sehe nicht nur bestimmte Themen vor meinem geistigen Auge," so schrieb beispielsweise Johannes Brahms, "sondern auch die richtige Form, in die sie gekleidet sind, die Harmonien und die Orchestrierung. Takt für Takt wird mir das fertige Werk offenbart. (...) Ich muss mich im Zustand der Halbtrance befinden, um solche Ergebnisse zu erzielen ein Zustand, in welchem das bewusste Denken vorübergehend herrenlos ist und das Unterbewusstsein herrscht denn durch dieses, als ein Teil der Allmacht, geschieht die Inspiration
"
Und die österreichische Schriftstellerin Lotte Ingrisch, die ihre Ideen und Visionen zum Teil ebenfalls aus höheren Sphären bezieht, meinte: "Ich glaube, dass wir alle in einem Meer von Information schwimmen. Die Information ist überall, buchstäblich überall, und wenn wir Antennen dafür haben, dann können wir sie empfangen. Man sagt ja auch: der Einfall. Es fällt etwas in uns ein, etwas, das nicht aus uns selbst stammt. Und ein begabter Mensch ist einfach einer, der eine Öffnung hat, in die etwas einfallen kann. Wobei die Frage ist, ob dieser Einfall von einer Region außerhalb unserer selbst kommt, oder ob wir gewissermaßen in verschiedenen Etagen leben.
Die Kahuna-Magie spricht von einem niederen, einem mittleren und einem höheren Selbst aber ich könnte mir vorstellen, dass wir unendlich viele einander überlagernde Wirklichkeiten haben und dass wir aus anderen Wirklichkeiten abrufen können, was wir hier in dieser Welt, in dieser Wirklichkeit dann mitteilen. Vieles von dem, was ich schreibe, übersteigt einfach meinen eigenen Horizont und muss aus anderen Ebenen, wie gesagt, innerhalb oder außerhalb meiner selbst stammen."
Der Philosoph Friedrich Nietzsche (1844 1900) schrieb über die Entstehung seines Buches "Also sprach Zarathustra": Während einer Wanderung "in jener anmutig stillen Bucht von Rapallo unweit Genua (...) fiel mir der ganze erste Zarathustra ein, vor allem Zarathustra selber, als Typus: richtiger, er überfiel mich
" Und weiter: "Hat jemand, Ende des neunzehnten Jahrhunderts, einen deutlichen Begriff davon, was Dichter starker Zeitalter Inspiration nannten? Im andren Falle will ichs beschreiben. Mit dem geringsten Rest von Aberglauben in sich würde man in der Tat die Vorstellung, bloß Inkarnation, bloß Mundstück, bloß Medium übermächtiger Gewalten zu sein, kaum abweisen können. Der Begriff Offenbarung, in dem Sinn, dass plötzlich, mit unsäglicher Sicherheit und Feinheit etwas sichtbar, hörbar wird, etwas, das einen im Tiefsten erschüttert und umwirft, beschreibt einfach den Tatbestand. Man hört, man sucht nicht; man nimmt, man fragt nicht, wer da gibt; wie ein Blitz leuchtet ein Gedanke auf, mit Notwendigkeit, in der Form ohne Zögern ich habe nie eine Wahl gehabt. (...) Alles geschieht im höchsten Grade unfreiwillig, aber wie in einem Sturme von Freiheits-Gefühl, von Unbedingtsein, von Macht, von Göttlichkeit
"
Bei Kunstwerken wird ihre Entstehung durch Intuition und Inspiration heute leichter akzeptiert, als das bei wissenschaftlichen Erkenntnissen der Fall ist. Die Mehrheit der Naturwissenschaftler wird es heute wohl immer noch für absurd halten, Erkenntnisse nicht durch Messen und Wägen, sondern durch ein Sich-Hineinversetzen in Lebewesen oder "leblose" Materie, durch geistige Kommunikation mit Tieren, Pflanzen, Mikroben oder sogar Atomen zu gewinnen.
Wohin man auch immer schaut es sind allenthalben genügend ernstzunehmende Indizien dafür zu finden, dass es jenseits unserer sinnlichen Wahrnehmung höhere Informationsebenen gibt und schöpferische Instanzen, die für die Gestaltung des Kosmos verantwortlich sind. Und es zeigen die hier genannten und unzählige andere Beispiele, wie sinnvoll es ist, mit diesen höheren Ebenen zu kommunizieren und zu kooperieren.
Es kann heute niemand mit Sicherheit sagen, was das menschliche Bewusstsein eigentlich ist. Aber die Ansicht, es sei nur ein Produkt elektrischer Prozesse in den Gehirnzellen, ist viel zu beschränkt und kurzsichtig, um die bekannten Erfahrungstatsachen von Findhorn bis zu den PSI-Phänomenen, von der pränatalen Psychologie bis zu den "Nahtoderfahrungen" zu erklären.
Schon die Aura ein Energiephänomen reicht erheblich über den sichtbaren Körper hinaus. Warum also sollte unser Bewusstsein an der Hirnschale enden? Warum sollte es nicht Teil eines größeren Bewusstseins sein, das wiederum Teil eines noch größeren ist, und so weiter, bis hin zu jenem größten unendlichen Bewusstsein, das wir gewöhnlich mit dem Namen "Gott" bezeichnen? Weder die Logik, noch die Erfahrung, noch irgendwelche Naturgesetze sprechen gegen eine solche Annahme.
Warum also sollten wir uns nicht auf das Abenteuer einlassen, in höhere Bewusstseinsebenen vorzudringen? Vorausgesetzt, es geschieht mit sicheren Techniken, wie zum Beispiel der "Nathal"-Methode. Wir haben nichts dabei zu verlieren außer Unwissenheit und Überheblichkeit , aber unvorstellbar viel zu gewinnen.
Von Reinhard Eichelbeck
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